punkte, denen der Künstler immer wieder bevorzugt sein Augenmerk geschenkt hat. Innerhalb dieser kleineren Untergruppen ist die Reihenfolge der Werke - wo möglich - chronologisch gehalten. Dort, wo keine authentische Datierung des Malers selbst vorlag, konnte ich für Liechtenstein auf Grund verschiedener lokalhistorischer Kriterien meist eine ausreichende Einengung der Entstehungszeit eines Bildes erreichen. Allerdings muss man sich darüber im klaren sein, dass ein Aquarell unter Umständen erst Jahre oder gar Jahrzehnte nach dem Entstehen der ersten gezeichneten Vorlage gemalt sein kann. Ein typisches Beispiel dafür ist ein Aquarell der Ruine Schellenberg, das Menzinger nachweislich im Jahre 1907 nach seiner Zeichnung aus dem Jahre 1852 angefertigt hat.36 Wir kennen zur Zeit 65 Aquarellskizzen, Aquarelle und Zeichnun- gen, welche liechtensteinische Motive zum Gegenstand haben. Es ist als ein glücklicher Umstand zu werten, dass Fürst Johannes II. von Liechtenstein ganz offensichtlich Menzinger als Künstler hoch einschätzte und schon im Jahre 1870 sechs seiner Bilder ankaufte, als diese ihm vom Künstler angetragen wurden.37 Im Laufe der nächsten Jahrzehnte erwarb der Fürst ein weiteres halbes Dutzend Menzinger- Aquarelle dazu. Zusammen bilden diese zwölf Bilder den Kern des heutigen Menzingerbestandes in Liechtenstein. Das Liechtensteinische Landesmuseum besitzt zwei seiner Aqua- relle und fünf Blätter mit Planzeichnungen. Fünfzehn weitere Aquarelle und dreiundzwanzig Bleistiftzeichnungen befinden sich in Privatbesitz in Vaduz. Davon stellen sieben Aquarelle Motive aus Liechtenstein dar. Zwei kleine Ölbilder - die einzigen ihrer Art - sind ebenfalls in Privatbesitz in Vaduz. In Deutschland verwahren die Städt. Sammlungen Überlingen sieben Aquarelle und Aquarellskizzen sowie fünfundzwanzig Bleistiftzeich- nungen mit Darstellungen aus Liechtenstein. Sie sind Bestandteil des Vermächtnisses des Künstlers an die Stadt, die ihm zuletzt Heimat bot. 36 Brief M. Menzingers an E. Rheinberger v. 6. 10. 1907, FARh. 37 Brief M. Menzingers an Fürst Johann II. v. 23. 2. 1870, HK.. 26
        

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