f) gespalten, rechts ein Balken, links ein Adler am Spalt (wahrschein- lich Stadt Auspitz in Mähren), g) geteilter Schild, oben ein wachsender Wolf, unten ledig (Herren von Wilfersdorf), h) ein Balken, oben und unten von 3 Rauten nebeneinander begleitet (Herren von Mistelbach). Dieses Wappen ist gekrönt mit einem Helm mit dem Fürstenhut (in der Form eines runden, hermelinverbrämten Hutes). Nach welchen Prinzipien die Auswahl dieser Wappen erfolgte, können wir nicht feststellen, alle versuchten Konstruktionen versa- gen. Man könnte meinen, Karl habe die Wappen der Familien-Fidei- kommissgüter ausgewählt, doch fehlen dann die Wappen von Eisgrub, Plumenau, Rabensburg und Hohenau. Es handelt sich aber auch nicht um den alten Familienbesitz, denn Aussee, Auspitz und Prossnitz hatte erst Karl erworben, es handelt sich aber - und das ist das Merkwürdigste - nicht einmal sämtlich um Güter, die Karl selbst besass, denn Mistelbach und Wilfersdorf gehörten seinem Bruder Gundacker. Diese letzte Feststellung ist für uns aber ein wertvoller Hinweis, dass Karl bei seinen heraldischen Bestrebungen nicht lediglich sich und seine Nachkommen im Auge hatte, sondern dass er bestrebt war, für das Gesamthaus ein neues Wappen zu schaffen. Die Aufnahme der Wappen von Wilfersdorf und Mistelbach in Karls Wappen beweisen, dass diese Absicht, ein für alle drei Linien des Hauses gültiges Wappen auszubilden, zumindest im damaligen Zeitpunkt bestand, wenn auch die weitere Entwicklung zeigt, dass man spätestens anfangs der Zwanzigerjahre hievon abgekommen war. In den Jahren um 1609 ist wohl auch das grosse Rundsiegel Karls entstanden, welches der Fürst, soweit wir sehen, nur bei Ausfertigung von Lehensurkunden verwendete. Das Siegel trägt in der Mitte das grosse Stammwappen, über dem Spangenhelm halten zwei geflügelte Greifen eine vierblättrige Krone, aus welcher ein offener Flug wächst. Um dieses Wappen sind im Kreis acht Schilde mit den oben angeführten Wappen angeordnet, wobei das Wappen von Feldsberg auf zwei Schilde verteilt wurde. Die Umschrift des Wappens, dessen Durchmesser 76 mm beträgt, lautet: Carolus D. G. princeps et gubernator domus de Liechtenstein et Nicolspurg. 224
        

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