trag seines Hauses schloss, siegelten alle drei Vertragspartner mit dem geteilten Stammwappen unter einer fünfzackigen Krone. Am 30. März 1607 erhielt Karl von Kaiser Rudolf II. die Pfalzgrafenwürde verliehen und am 20. Dezember 1608 wurde er als Erster seines Hauses von König Matthias in den erblichen Fürstenstand erhoben. Seit dieser Zeit befasste sich Karl mit der Besserung des Familienwappens ohne allerdings, wie es scheint, mit einer einzigen Ausnahme, je eine kaiserliche Verleihung anzustreben. Es scheint, dass das im Palatinat enthaltene Recht der Wappenverleihung von Karl dahin interpretiert wurde, dass er nun auch befugt wäre, aus eigener Machtvollkommen- heit sein eigenes Wappen zu bessern. Mit dem Palatinat hatte Karl von Liechtenstein auch die Münzgerechtigkeit verliehen bekommen und an frühen Münzstem- peln finden wir die ersten Anzeichen, dass Karl sich mit einer Besserung seines Wappens befasste. Der in den Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein erhaltene Ambossstempel für die Averssei- te eines Talers zeigt das Stammwappen umgeben von vier Wappen von Besitzungen Karls, und zwar das Wappen der Stadt Feldsberg (gespalten, rechts 2 Balken, links 2 Spitzen), verteilt auf zwei Schilde, dann das Wappen von Mistelbach (ein Balken, begleitet oben von 2, unten von 3 Rauten nebeneinander) und schliesslich das Wappen der Herren von Hanau, der Vorbesitzer des Gutes Kettlasbrunn (ein oberhalber Hahn). Dieser Ambosstempel ist, da Karl sich in der Umschrift bereits «princeps» nennt, nach dem 20. Dezember 1608 zu datieren. Im folgenden Jahr taucht ein Rundsiegel des Fürsten auf, das einen vollkommen neuen Wappentypus zeigt. Es ist ein, wenn man so sagen darf, strahlenförmig geteilter Schild mit sieben Wappen von Besitzungen und mit dem liechtensteinischen Stammwappen als aufliegendem Mittelschild. Die Wappen sind die folgenden: a) und b) rechts 2 Balken, links 2 Spitzen (das auf 2 Felder verteilte Wappen der Stadt Feldsberg), c) ein oberhalber Hahn (Herren von Hanau, Vorbesitzer des Gutes Kettlasbrunn bei Wilfersdorf), d) gespalten, rechts 3 pfahlweise gestellte Rauten, links ein Adler am Spalt (Stadt Prossnitz in Mähren), e) ein doppelgeschwänzter Löwe (Stadt Mährisch Aussee in Mähren), 223
        

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