und Ulrich Türing erwarben von ihren Stiefbrüdern von Vaduz die Herrschaft Blumenegg, die Grafschaft Vaduz, den südlichen Teil der Herrschaft Schellenberg und die Grafschaft Sonnenberg. Damit gerieten die Freiherren von Brandis ganz in den Interessenkreis des vorarlbergischen, rätischen und schwäbischen Adels hinein. Wolfhart V. 1408-1456, erwarb von seinen Schwägerinnen (Gräfinnen von Werdenberg-Bludenz) die nördliche Hälfte der Herrschaft Schellen- berg. Er trat 1429 in die Dienste des Herzogs Friedrich IV. von Österreich, erwarb aus dem Erbe des letzten Grafen von Toggenburg (gest. 1436) die Herrschaft Maienfeld, beteiligte sich 1439 auf Seiten der Schwyzer und Glarner am Streit mit Zürich um das Sarganserland, wurde österreichischer Vogt zu Feldkirch und Bludenz, trat im November 1444 auf die Seite Zürichs und Österreichs und fiel mit Graf Heinrich IL von Sargans in das von den Glarnern besetzte Sarganser- land ein, musste es aber bald wieder räumen, worauf die Eidgenossen die Grafschaft Vaduz verwüsteten. 1439 verkaufte er seinen ganzen Berner Oberländerbesitz an die Stadt Bern und 1455 auch die Herrschaft Brandis samt den Vogteien, über Trub und Rüegsau an Kaspar von Scharnachtal. Ludwig (1483 - ca. 1507), Neffe des Ortlieb, Bischof von Chur, ergriff im Schwabenkrieg die Partei Österreichs, wofür ihm die Eidgenossen nach dem Siege von Triesen die Burg Vaduz niederbrannten und ihn gefangen nahmen, aber gegen Ende des Jahres 1499 wieder laufen Hessen. Sigmund II. (1486-1507), Herr von Maienfeld, hielt im Schwabenkrieg ebenfalls zu Österreich, wofür die Bündner das Städtchen Maienfeld besetzten, ihn gefangen nahmen, aber bald wieder freigaben. Er erbte nach dem Tode Ludwigs alle Brandischen Herrschaften und starb, bevor er dazu kam, über den Nachlass zu verfügen. Johannes, geb. 8. 10. 1456, gest. 10. 10. 1512 in Strassburg, ultimus. Domprobst zu Chur und Domherr zu Strassburg, Erbe der Brandiser Herrschaften. Er verkaufte 1510 die Herrschaft Maienfeld an die III Bünde und die übrigen an seinen Schwestersohn Graf Rudolf von Sulz.11 Die sympatischste Gestalt aus der langen Reihe der Freiherren von Brandis war wohl Bischof Ortlieb von Chur von 1458-1491. Nach Bütler soll er im Jahre 1425 geboren sein, nach Helvetia Sacra 1430 als Sohn Wolfhards I. (Bütler Wolfhards V.).12 11 HBLS, Band IL, S. 341-343 12 Bütler, S. 122, Brunner, S. 13 - 14, Helvetia Sacra, S. 492 214
        

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