Studium des Werdegangs und des Lebenswerkes des Künstlers darstellen. Für Liechtenstein wichtig ist vielleicht eine briefliche Auskunft des damaligen Konservators am Städtischen Museum Überlingen aus dem Jahre 1949, wonach auf Grund eines Verzeichnisses der durch Brand vernichteten Aquarelle «diese nur allgemein als Landschaft betitelt sind oder als Ansichten, die mit Liechtenstein in keinerlei Zusammen- hang stehen». Das Lebens- und Schaffensbild Moriz Menzingers muss notwendi- gerweise unvollständig bleiben. Leider gibt es keine biographischen Aufzeichnungen, die Näheres über ihn aussagen würden. Die wenigen noch vorhandenen Briefe aus seiner Hand lassen kaum Rückschlüsse auf ihren Verfasser zu. Es ist daher ein Glück, dass wenigstens noch einige wenige Menschen leben, die den Maler-Offizier noch persön- lich gekannt haben. So bleiben uns doch seine menschlichen Eigenschaften, seine Charakterzüge durch ihr Zeugnis nicht mehr so verschlossen wie vorher. Noch einige Jahre, und auch diese Quelle wäre versiegt gewesen! Die folgenden Sätze eines heute achtundachtzigjährigen Bekann- ten Menzingers scheinen mir ein zwar kurzes, aber treffendes Charakterbild zu vermitteln:«. . . Moriz Menzinger, den die Überlin- ger mit dem «von» geadelt hatten, nicht zu Unrecht meine ich, denn auch mir erschien dieser Mann als Inbegriff eines noblen Charakters, mit ausgezeichneten Manieren, einer fundierten Bildung, die er durch entsprechende Lektüre und Gespräche weiterzupflegen bemüht war». Und weiter:«So korrekt wie der Mann selber, waren auch Zeichnung und Malerei.» Unbeantwortet bleibt leider die Frage, auf welche Weise und wann genau bei Menzinger das in ihm ruhende künstlerische Talent zur Entfaltung gebracht wurde. Fest steht lediglich, dass er mit zehn Jahren schon aussergewöhnlich schön zeichnete und dass er ab dem vierzehnten Lebensjahr sich im Zeichnen systematisch weiterbildete. Bei der sehr differenzierten Technik des Aquarellierens ist eine rein autodidaktische Entwicklung bis zu solcher Meisterschaft nicht anzunehmen, aber wir kennen seine ersten Lehrer nicht. Jedenfalls war die unverkennbare Eigenart seines Malens anfangs der Sechziger- jahre schon voll ausgeprägt und auch der Besuch der Wiener 23
        

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