30 stammen aus Männergräbern, 8 aus Frauengräbern und 2 aus Kindergräbern, wobei ein weiteres Grab nicht geschlechtsbestimmt werden konnte. Diese Bestimmungen stammen wiederum von J. Nemeskeri (Burger 1966, 99-235, bes. 142, 170/171). Die Lage der Fibeln im Grab ist hier besonders reich an Varianten. Zu erwähnen ist jedenfalls auch, dass im Frauengrab 114 eine mit Medaillons verzierte Fibel lag, die in jener aus Grab 379 in Basel «Aeschenvorstadt» eine Analogie hat. Diese knappe Übersicht verschafft sicherlich keinen Gesamtüber- blick, doch zeigt sie, dass in einigen Fällen Kinder und in Einzelfällen durchaus auch Frauen mit einer Zwiebelknopffibel beerdigt werden konnten. Es macht aber auch deutlich, wie wünschenswert es wäre, eine Spezialarbeit über Träger, Tragweise und Typenzuordnung dieser weit über Europa streuenden Fibeln zu verfassen. Es scheint uns aber aufgrund der knappen Übersicht und unseres eigenen Befundes nicht länger gangbar, nur anhand der Beigaben mit Sicherheit das Geschlecht der Bestatteten festzulegen. Aus diesem Grund ist es auch besonders zu bedauern, dass die Gebeine aus dem im Oktober 1933 entdeckten Grab in Triesen nicht sachkundig geborgen worden sind, denn dort kam neben einem nicht erhaltenen Tongefäss eine weitere Zwiebelknopffibel zum Vorschein (Abb. 6). Die Knochen aber sind weder gesammelt noch beobachtet worden. Bedauerlich ist auch, dass wir leider keine genaueren Unterlagen zur Auffindung eines Skelettes bei Feld II auf «Krüppel» ob Schaan im Jahr 1964 besitzen (Beck 1965, 35; Gerhardt 1965,128-139). Auch das 1977 am Südostfuss des «Krüppel» geborgene Grab schafft mehr Rätsel als Klarheit (Marxer 1977). Sicher stammt das 1964 ausgegrabe- ne Skelett aus einem Grab, von welchem wir aber weder Beobachtun- gen über die Grablegung noch über eventuelle Beigaben haben. Aus welchem Grund das Skelett der spätrömischen Epoche zugeordnet wurde, ist heute nicht mehr eruierbar; wir vermuten aber, dass dies auf der Tatsache beruht, dass die Mehrzahl der Funde vom Krüppel spätrömisch sind. Heute ist dazu aber nur zu bemerken, dass allein die drei anthropologischen Messwerte (Schädellänge, Schädelbreite und entsprechend der Längenbreiten-Index, sowie Humeruslänge und da- raus berechnete Körpergrösse) dieser hochmatur bis senilen Frau am nähesten bei den Alamanninen von Zürich und den Frauen vom «Runden Büchel» in Balzers liegen. Das 1977 geborgene Grab bein- 197
        

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