nen oder Beamte waren. R. Noll vetritt sogar die Meinung, dass sie als eine Art Auszeichnung, Jubiläums- oder Erinnerungsgabe für verdien- te höhere Amtsträger und Offiziere bestimmt waren (Noll 1974, 239). Die Beigaben aus Balzers würden ohne anthropologische Untersu- chung des Skelettmaterials deutlich für ein Männergrab sprechen. Deshalb haben wir versucht, anhand von Stichproben unseren Befund zu interpretieren. Natürlich sind dabei solche spätrömischen Gräber- felder vorgezogen worden, die auch anthropologisch untersucht wurden. Das Gräberfeld von Neuburg a.d. Donau wurde von E. Keller ausgegraben und publiziert, wobei die anthropologischen Bestimmun- gen von G. Ziegelmayer durchgeführt wurden (Keller 1979). Von den dort systematisch geborgenen 130 Gräbern besassen deren vier Zwiebelknopffibeln, die dazugehörigen Skelette wurden alle als männlich bestimmt, drei der Bestatteten starben in maturem Alter (40-60-jährig) und einer adult (21-40-jährig). Eine dieser Bestattun- gen (Grab 87) fand in einem Bohlensarg (ohne Eisennägel) statt und ist in dieser Hinsicht mit dem Grab aus Balzers vergleichbar. In den Gräbern 56 und 92 fanden sich die Belege eines einfachen Gürtels anhand von Schnallen. Auch in der Nekropole von Regensburg hat es relativ wenig Gräber mit einer Zwiebelknopffibelbeigabe; es sind deren fünf, von denen vier sicher Körpergräber sind (von Schnurbein 1977, Gräber 513, 611, 932, 1031 und 1101). In Grab 513 lag die Fibel auf der linken Schulter, und es soll sich um ein «männliches Skelett» handeln. Die anfangs unseres Jahrhundert in Bregenz geborgenen Gräber sind anthropologisch nicht untersucht worden (Schwerzenbach 1909, Schwerzenbach und Jacobs 1910). Weil es sich aber um das weitaus grösste Gräberfeld in der Nachbarschaft handelt, muss es kurz erwähnt werden. Grab 588 besass eine Zwiebelknopffibel vom Typ 4 an der linken Schulter. Eine Schnalle, ein Eisenmesser, ein Glasbecher sowie 9 Münzen ergänzen das Inventar, wobei das Eisenmesser jenem von Balzers sehr ähnlich ist (Schwerzenbach und Jacobs 1910, Fig. 2, SG 588). Von vier Fibeln wissen wir, dass sie auf der linken Schulter gefunden wurden: Gräber 380, 488, 588 und 814; bei drei Gräbern - 364, 783 und 796 - befanden sie sich auf der rechten Schulter. Aus der Schweiz ist das wegen seines verzierten Glasbechers bekanntgewordene Grab eines erwachsenen Mannes mit einer Fibel unter dem rechten Schulterblatt aus Biel «Mett» (von Kaenel 1978, 194
        

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