zugeteilt. Danach fand er bis 1875 als Lehrer für Freihandzeichnen und Linienzeichnen am Militärkollegium in St. Pölten Verwendung.28 Man sieht, dass dieses ruhelose Leben durch dauernde Wechsel gekennzeichnet war. Keine Rede davon, dass er irgendwo hätte Fuss fassen können. Kaum, dass er einmal länger als zwei Jahre am selben Ort und in derselben Funktion weilen konnte. Am 1. Oktober 1875 wurde Menzinger an die Militär-Oberreal- schule in Mährisch-Weisskirchen (heute Hranice, CSSR) versetzt und wirkte dort die nächsten Jahre wiederum als Zeichenlehrer.29 Nach diesen fast zehn Jahren einer relativ ruhigen und unmilitäri- schen Tätigkeit begann wieder das unstete Soldatenleben. Mit siebenundvierzig Jahren absolvierte er im Jahre 1879 den Stabsoffi- zierskurs, diente dann in verschiedenen Infanterieregimentern als Kompaniekommandant und wurde 1882 zum Major befördert. Als solcher kommandierte er fünf Jahre lang ein Bataillon in der ungarischen Komitatsstadt Leutschau. Danach stieg er noch zum Oberstleutnant auf und dies war wohl die höchste Charge, die er in seiner aktiven militärischen Laufbahn erreichen konnte. Er war dann noch ein Jahr Bataillonskommandant in der Hercegovina.30 Während all dieser Jahre als aktiver Soldat hatte er das Zeichnen nicht vergessen, wie dies seine zahllosen Blätter aus dieser Zeit beweisen. Der Malkasten scheint ihn stets und überallhin begleitet zu haben. Am 1. Oktober 1889 wurde er mit siebenundfünfzig Jahren in den Ruhestand versetzt. Nun zog er sich, wie zuvor auch schon sein Vater, nach Überlingen, der «Riviera des Bodensees» zurück. Dort verbrachte er, zusammen mit seiner jüngsten Schwester, die wie er auch unverheiratet geblieben war, die letzten fünfundzwanzig Jahre seines Lebens in wohlverdien- ter Ruhe. Die Familie besass in Überlingen ein schönes, altes Patrizierhaus, das aus der Erbschaft der Ururgrossmutter Moriz Menzingers, Maria Barbara, geb. von Mader31 in den Besitz der 28 Kriegsarchiv. 29 Kriegsarchiv. 30 Kriegsarchiv. 31 Siehe Stammbaum S. 15. 21
        

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