möglichst viele Details der Fundumstände so echt wie möglich der Nachwelt zu überliefern. Dafür gebührt E. Rheinberger und seinen Helfern auch heute noch Dank und Anerkennung. ZUR FUNDLAGE Die im Fundbericht erwähnte Nord-Süd-Lage bedeutet wohl, dass der Schädel im Norden und die Füsse im Süden lagen. Eine Grabausrichtung nach Süden - in unseren Gegenden also nach Rom hin - ist aus römischer Zeit bekannt. Christliche Bestattungen waren dagegen in den meisten Fällen geostet, d.h. zum Sonnenaufgang hin «blickend» orientiert. Das Individuum ist in Rückenlage bestattet worden. Der linke Arm sowie das linke Bein waren voll ausgestreckt. Das rechte Bein dagegen war, wie der rechte Arm, leicht angewinkelt und zudem um ca. 90° nach aussen gedreht. Der rechte Arm muss sich aus der ursprünglichen Lage verschoben haben. Am Schulterblatt ist der eine Fortsatz - der Processus acromialis - noch in anatomisch richtiger Lage zum Oberarmkopf vorhanden. Das Schulterblatt selbst hat aber wie Oberarm, Unterarm und Hand zu weit vom Rumpf entfernt gelegen. Es muss hier eine postmortale Translation vorliegen, wenn wir - wie hier und auch in der Folge - davon ausgehen, dass die sekundäre Lage im Gipsbett der ursprünglichen Fundlage entspricht. Allerdings sind der Unterarm und die Hand mit den meistens feinen Handknöchelchen noch in anatomisch richtigem Verband, so dass entweder eine Erdbewegung «en bloc» oder aber eine Verschiebung vor der endgültigen Auflösung der Verbänderung der Finger stattge- funden haben musste. Eine nicht originalgetreue Wiedereinbettung der Knochen in das Gipsbett können wir nicht ausschliessen, doch ist sie wenig wahrscheinlich, da wir keinen eindeutigen Hinweis dafür besitzen. Selbst bei geübten Ausgräbern kommt es nämlich nicht selten vor, dass sie unabsichtlich entfernte Zehen- oder Fingerknochen um 180° verdreht wieder einsetzten. Selbst in solchen Details ist aber unsere Wiedereinbettung im Gips korrekt. Deshalb neigen wir zur Ansicht, dass die ganze rechte Körperhälfte in situ durch eine lokale Erdbewegung - z.B. eine begrenzte Verdichtung des Moor- oder Lehmbodens - etwas nach rechts aussen und unten gerutscht sein könnte. Auffallend in diesem Zusammenhang ist eine deutliche 184
        

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