Wie steht es aber mit der Hauptmasse der Proben, die zum Magerungstyp a gehören? Ein Import aus dem Süden ist wohl abzulehnen, da die Scherbenmatrix immer silikatisch ist. Somit wird eine lokale Fertigung sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht be- stimmt werden kann, wo genau die Ware hergestellt wurde (in einem liechtensteinischen Zentrum oder in mehreren?). Im Falle einer lokalen Fertigung hätten die Töpfer/innen dann entweder einen Lehm verwendet, der die Magerungsbestandteile schon enthielt oder sie haben diese dem Rohstoff absichtlich und gezielt zugemischt. Im ersten Falle müssten also Tone gefunden werden, die reich an Serpentinitfragmenten der richtigen Korngrösse sind. Nun wäre es wirklich ein grosser Zufall, wenn gerade diese Komponenten durch natürliche Vorgänge lokal so angereichert wären, dass die ganze sandige Fraktion eines bestimmten Rohstoffes nur aus Serpentiniten bestünde. Obwohl dies natürlich nie ganz auszuschliessen ist, ist es doch viel wahrscheinlicher, dass die Serpentinite zwar in den Sedimenten der liechtensteinischen Stationen vorkommen, aber nie in dominierenden Mengen. Dies wurde durch mehrere Untersuchungen bestätigt.12 Eigene Begehungen der Grabung von J. Bill 1981 am Runden Büchel bei Balzers13 zeigten, dass die lehmigen Grundmorä- nentaschen zwar farblich auffällige Serpentinitgerölle enthalten, dass aber die dunklen, kleinen Bröckchen nicht aus Serpentinit, sondern meist aus Kalken und Schiefern bestehen! Somit bleibt die zweite Hypothese in Betracht zu ziehen. Gegen die Zugabe von technischem Abfall (z.B. aus der Erzaufbereitung) oder von zerklopften Serpentinit-Geröllen sprechen die selten scharfkantig eckigen, sondern die meist kantengerundeten bis deutlich runden Formen der Serpentinit-Magerung. Damit bliebe nur noch die Zugabe von Serpentinitsanden, die durch natürliche Prozesse angereichert wurden oder die Zugabe von «handausgelesenen» Serpentinitkörn- chen aus der Sandfraktion. Letztere Möglichkeit ist aber nicht sehr wahrscheinlich, da zu zeitraubend. Zusammenfassend ist nicht definitiv zu entscheiden, ob die damaligen Töpfer/innen einen schon natürlich gemagerten Rohton verwendet haben oder ob sie eine serpentinitreiche Sandfraktion einem tonigen Rohstoff zugaben. In diesem Zusammenhang sei bemerkt, das für die Herstellung der bronzezeitlichen Keramik der 166
        

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