den wiederentdeckten Zeichnungen im Museum Überlingen befinden sich deren drei, die signiert und datiert sind «Moriz 1842» und «Moriz Menzinger 1842» und - von späterer Hand hinzugefügt - «10 Jahre». Es handelt sich dabei um minutiös ausgeführte Bleistiftzeichnungen, wohl nach Vorlagen: eine stilisierte Blumenvase mit Blumen, ein Blatt mit Hirschkäfer, Krebs und Heuschrecke. Das bedeutet also, dass der Zehnjährige, als er im Herbst 1842 ins Gymnasium in Feldkirch eintrat, schon erstaunlich gut zeichnen konnte. Hatte ihm zu Hause der Vater oder vielleicht ein Lehrer in Vaduz die erste Anleitung gegeben? Dies wird nie mit Sicherheit zu eruieren sein. Aus dem Jahre 1846, also als er in das Gymnasium in Innsbruck übergetreten war, finden sich ebenfalls in Überlingen eine Serie von zehn Bleistiftzeichnungen, Studien von Köpfen, Ohren, Nasen etc. die einem regelrechten Zeichenunterricht zu entstammen scheinen. Damit dürfte die systematische Ausbildung im Zeichnen begonnen haben. Wer aber sein erster Zeichenlehrer in Innsbruck war, wissen wir leider nicht. Diese frühen Beispiele zeigen aber, dass Menzinger eine ganz ausserordentliche zeichnerische Begabung besass. Nun war für den jetzt Zweiundzwanzigjährigen die Entscheidung über die Gestaltung seiner weiteren Zukunft fällig, und er entschied sich für das Militär. Er quittierte den Dienst im liechtensteinischen Bundeskontingent und trat mit dem 1. Juni 1854 in das k.k.Österreichi- sche Heer über.14 Allerdings musste er sich zunächst mit dem Grad eines Unterleutnants begnügen. Die ersten zwei Jahre lag das 36. Infanterieregiment, dem er zugeteilt war, in Ungarn, dann ab 1856 in Mainz in Garnison. Von Mainz aus machte Menzinger im Sommer 1856 einen Besuch bei seinem Freund Peter Rheinberger, der damals gerade am Polytechni- kum in München sein Hoch- und Tiefbaustudium absolvierte. In einem Brief Peter Rheinbergers vom 11. Juni 1856 nach Hause lesen wir: «Lieut. Menzinger traf zu meiner Freude endlich hier ein. . Noch den 3.ten, Dienstag benutzten wir, um einiges anzusehen und der andere Tag wurde so eingeteilt, dass Menzinger doch die vorzüglich- sten Kunstschätze gesehen hat. Nur schade, dass er München so 14 Kriegsarchiv. 17
        

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