und damit auch im Fürstentum ist dies anhand der Funde zu belegen (Abb. 29). Bekannt sind die beiden beigabenreichen Gräberfelder von Eschen «Bongert» und Schaan «Specki» (Frommelt 1934, 1938 + 1954; Schneider-Schneckenburger 1980, 92-96) aus dem 7. Jh.; aber auch aus der Pfarrkirche von Mels SG stammt ein Grab, das in etwa dieser Zeit angelegt worden ist (Grüninger 1979). Wieweit diese Landnahme auch politisch von Machtansprüchen fränkischer Beauf- tragter unterstützt worden war, bleibt uns vorerst noch verborgen. Es ist aber unverkennbar, dass alamannische Besiedler langsam immer weiter ins Rheintal vordrangen. Das unter dem Merowingerkönig Dagobert I (629-639) im 7. Jh. errichtete Bistum Konstanz umfasste jedenfalls einen Teil des bis dann alamannisierten Gebietes und reichte bis in die Gegend von Montlingen. Die Klostergründungen des 8. Jh. hingen ebenfalls eng mit der Christianisierung des alaman- nischen und rätischen Raumes zusammen. Einzelne christliche Gemeinden, die inmitten alamannischer Bevölkerungen (z. B. in Arbon, Bregenz und Konstanz) überlebten (Degen 1978), waren sicher wichtige Stützpunkte. In Grabs wirkte 612 ein Diakon Johannes. Sowohl die Lebensläufe der irischen Missionare Kolumban und Gallus sowie jene des heiligen Lucius bezeugen, dass sich auf dem Lande aber auch weiterhin heidnische Kulte einer ansehnlichen Anhängerschaft erfreuten. Es spricht für sich, wenn die Lex Romana Curiensis aus der Mitte des 8. Jh. noch Strafbestimmungen gegen Dämonenopfer enthalten musste und sogar die Gesetze des Bischofs Remedius (um 800), die Capitula Remedii, wendete sich noch gegen den heidnischen Glauben (Meyer-Marthaler 1950, 81 ff). Damals erfüllten germanisch-heidnische und christliche Elemente die reli- giöse Vorstellungswelt, wie dies die Zierscheibe und die Amulett- kapsel aus Schaan eindrücklich belegen (Frick 1976; Degen 1978). Von dieser Situation ausgehend, neigen wir zur Annahme, dass die Gräber auf dem Runden Büchel in eine Endphase der Alamanni- sierung des Rheintales gehören und eventuell mit der Festigung frän- kischer Macht zu tun haben könnten. Wieweit sich hier auch ein ge- wisser Machtkampf um Einfluss zwischen den Bistümern Chur und Konstanz abgespielt hat, ist nur zu erahnen. Wir können uns aber vorstellen, dass die Alamannen vom Runden Büchel mit fränkischer Unterstützung rechnen konnten, wenn wir als Indiz das urkundlich 72
        

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