genealogischen Zusammenhängen in allen Kreisen der Bevölkerung zu wecken, so dass es heute in ganz Liechtenstein wenige Familien gibt, die nicht an seinen Forschungen Anteil haben. Ungezählten Sippen hat er Stammbäume gewidmet, und fast alle Gemeinden hat er mit Familien- büchern ausgestattet. Zahlreiche Abhandlungen aus seiner Hand sind im Jahrbuch des Historischen Vereins erschienen. Bei vielen historischen Publikationen hat er massgebend beratend und ermunternd mitgewirkt. Er stellte sein reiches Wissen allen, die ihn um Rat angingen, bereit- willig zur Verfügung, sei es für einen Festführer, eine Vereinsgeschichte oder sei es für eine wissenschaftliche Dissertation. Seine Forschertätigkeit brachte ihn in Kontakt mit allen Archiven des Landes, zu einer Zeit, als den alten Schriften noch wenig Bedeutung beigemessen wurde. Er ordnete in mühsamer, jahrelanger Kleinarbeit die Gemeinde- und Pfarrarchive, und auch das liechtensteinische Lan- desarchiv hat ihm viel zu verdanken. Diese Arbeit an den Quellen unserer Geschichtsforschung wurde kaum bekannt und wenig anerkannt. Sie gehört aber neben der Familienforschung zum Bedeutsamsten, was Fridolin Tschugmell für Liechtenstein geleistet hat. Diese Sorge um die Urkunden begleitete ihn durchs ganze Leben. Und es ist wie ein Ver- mächtnis, wenn er in einem Brief an den Historischen Verein schreibt: «Ich bitte als alter, müder Archiv-Staubschlucker doch auf die Ge- meinde-Archive ein wachsames Auge zu haben, landauf und landab, und Sorge zu tragen zu den vielen wertvollen Archivalien, die ich nun übergebe in andere Hände.» Wenn heute die Bedeutung der Archive auf Gemeinde- und Landes- ebene eingesehen wird und auch entsprechende Massnahmen getroffen wurden, dann ist es zum allergrössten Teil seinem beharrlichen Einsatz zu verdanken. Wie viele Erbschaftsverhandlungen und Verhörtagsprotokolle, Ge- meinde- und Geschworenenbücher, alte Steuerverzeichnisse, Tauf-, Ehe- und Totenbücher er im Dienste der Familienforschung durchgearbeitet und durch Abschriften auch für den Laien lesbar gemacht hat, ist nicht abzuschätzen. Späne, die von seinem Arbeitstisch fielen, sind allen Sparten der Landeskunde zugute gekommen. Er hat Flurnamen gesammelt. Ihn fesselte die Schulgeschichte ebenso wie die Geschichte des Rheines oder des Weinbaues. Alte Strassen und Häuser waren für ihn lebendige Do- li
        

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