telalterlichen Befunden, wo Männer meistens übervertreten sind (Etter + Schneider 1982). Die wenigen, zu beiden Seiten der Hügelkuppe in kleinen tiefer- gelegenen Terrassen bestatteten Individuen, rechnen wir als zur Füh- rungssippe gehörig, aber - im Leben wie im Tod - sind sie gegenüber der Stammsippe etwas tiefer gestellt. Beide Gruppen weisen je einen letzten Rest von Beigaben auf: eine bronzene Gürtelschnalle und eine eiserne Riemenzunge. Sie weisen ebenfalls in die Zeit um 700. Der Grabbau ist zudem einfacher. Die Körperhöhe der Männer ist im Mittel kleiner und ihre Schädel sind mesokran oder brachikran. Weiter macht die auffallende Häufung des Fehlens von Weisheits- zähnen in der Westruppe eine familiäre Beziehung zur Stammsippe auf der Hügelkuppe, wo dieses Merkmal ebenfalls vorkommt, wahr- scheinlich. Das Geschlechterverhältnis ist bei diesen beiden Gruppen ausgewogen. Die grosse Gruppe der im Norden, im Sattel zum Schlosshügel hin Bestatteten zeichnet sich weder durch den Ort ihrer Gräber noch durch den Grabbau aus. Alles sind einfache Erdgräber. Beigaben feh- len. Die Männer gehören im Mittel zu den kleineren und der einzige Schädel weist auf mesokrane Proportionen hin. Ob es sich bei dieser nur zum Teil ausgegrabenen Gruppe um die ansässige Bevölkerung handelt, die sich bald mit den eingewanderten Alamannen zu vermi- schen begann, ist wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes kaum zu sagen/ Die mittlere Körpergrösse für den Bezirk Nord beträgt 170,2 cm, diejenigen der «rätoromanischen» Bevölkerung in Bonad- zu 170,1 cm (Brunner 1972). Weiter weist die Gruppe Nord einen Längen-Breiten-Index von 75,7 (im Vergleich zu 74,0 auf der Kuppe) auf und liegt damit näher bei den «Rätoromanen» aus Bonaduz mit 76,8 als bei den mittelländischen Alamannen (74,9). Die männlichen «Rätoromanen» aus Bonaduz zeichnen sich weiter aus durch ver- gleichsweise kurze Unterschenkel. Ihr Femuro-Tibial-Index beträgt 79,8 (Alamannen 81,8), genau gleich viel wie für die Gruppe Nord (79,8; im Bezirk Kuppe: 80,4). Das Geschlechtsverhältnis überwiegt zu Gunsten der Frauen, wie dies ab dem 9. Jh. von anderen Friedhö- fen bekannt ist (Etter + Schneider 1982). Stellen wir schliesslich die Frage nach der Herkunft der Bevölke- rung auf dem Runden Büchel, so haben wir diese zu vergleichen mit 67
        

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