fehlt, deutet auf familiäre Zusammenhänge innerhalb dieser zwei Gruppen hin. Vergleichen wir diese Gruppen nach zwei weiteren Merkmalen - der Körpergrösse und dem Längen-Breiten-Index am Schädel - so wird deutlich, dass sich die Männer der Gruppe auf der Hügelkuppe auszeichnen durch vergleichsweise grosse Körperhöhen sowie beson- ders lange und schmale Hirnschädel. Bei den Frauen sind die Unter- schiede in der Körperhöhe vergleichsweise geringer sowie der Län- gen-Breiten-Index wegen der geringen Stichprobenzahl ohne hohen Aussagewert. Grosse Körperlängen und lange, schmale Schädel konnten an mehreren Skelettserien anderer Gräberfelder mit reichen Beigabenausstattungen, also höherem materiellem und sozialem Sta- tus in Beziehung gebracht werden (Creel 1966). Fassen wir zusammen, so deuten verschiedene Befunde - Ort und lokale Begrenzung der Friedhöfe, Grabbau, Zahnstatus, Körpergrösse und Längen-Breiten-Index der Individuen - darauf hin, dass auf der Hügelkuppe eine sozial hochgestellte Sippe ihre Gräber errichteten. Weiter fällt auf, dass von insgesamt sieben Individuen mit Frakturen fünf davon auf der Hügelkuppe bestattet sind. Trotz der geringen Zahl an verwertbaren Merkmalen, die zur Beurteilung der Hypothese von Sippenfriedhöfen herangezogen wer- den kann, ergibt sich dann ein etwas klareres Bild, wenn wir die Merkmale nach Gräbergruppen vergleichen. Auf der Hügelkuppe vermuten wir den Bestattungsort einer alamannischen Stammsippe, die seit kurzem christianisiert war und die Kontrolle über die Region eben erst übernommen hat. Dafür spricht nicht nur der dominante Ort ihres Friedhofes auf der Kuppe des Runden Büchels, sondern auch die nur hier angelegten Steinkistengräber. Weiter weisen die überdurchschnittliche Körpergrösse der Männer sowie ihre ausge- sprochen langen, schmalen Schädel in dieselbe Richtung. Die auffal- lende Häufung von Frakturen macht sie ausserdem eher zu kühnen Streitern als zu friedfertigen Bauern. Diese Sippe hat ihre Angehöri- gen wohl während zwei bis vier Generationen hier bestattet, wobei eine Vermischung mit Ansässigen mindestens am Anfang kaum statt- gefunden hat. Ihre Grablege haben sie wohl um 700 benutzt. Die Ge- schlechtsverteilung - nur 66,7 % Frauen - entspricht andern frühmit- 66
        

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