tual lässt sich eine deutliche Entwicklung oder gar ein Bruch erken- nen. Wir rechnen mit zwei bis vier Generationen oder 50-100 Jahren. Aufgrund einer Formel, wie sie N. G. Gejvall angibt und disku- tiert, kann die Grösse einer Bevölkerung (x) errechnet werden, die nö- tig war, um ein gegebenes Gräberfeld anzulegen (Gejvall 1960). Als bekannt müssen die Anzahl der Verstorbenen (m), die Belegungs- dauer des Friedhofes in Jahren (J) und die mittlere Sterblichkeit (45 %) vorausgesetzt werden. Aufgrund von repräsentativen Vergleichsbevölkerungen aus dem Mittelalter sowie von modernen Bevölkerungen, die ohne moderne medizinische Kenntnisse auskommen müssen, können wir mit einem Anteil an verstorbenen Kindern rechnen, der zwischen 45 und 50 % der Gesamtbevölkerung liegt (Etter 1982 a). Dies bedeutet, dass wir für den Runden Büchel zu den 76 Erwachsenen noch insgesamt 67 Kinder zu zählen haben, von denen wir nur 15 kennen. Dies ergibt eine Gesamtzahl von 145 Individuen. Aufgrund dieser Voraussetzungen ergibt sich bei einer Belegungs- dauer von zwei Generationen eine Bevölkerung von x = 
145 • 
1000 = 64 Leuten, 50x45 bei einer Belegungsdauer von vier Generationen reicht eine halb so grosse Bevölkerung von 32 Leuten aus. Rechnen wir für das Mittelalter mit 15 Mitgliedern pro Familie, so sind auf dem Runden Büchel die Angehörigen von zwei bis vier Familien bestattet. Allein diese Hochrechnung erweckt den Ver- dacht, dass die vier getrennt angelegten Gräberbezirke mit Erwachse- nen als vier verschiedene Sippenfriedhöfe anzusprechen sind. Aller- dings sind die Bezirke Ost und West klein; sie geben nur acht, bzw. zwölf Individuen Platz, obwohl mindestens der Bezirk Ost genügend Raum für weitere Gräber aufweist. Die Hypothese von Sippenfriedhöfen kann aufgrund von metri- schen und morphologischen Merkmalen am Schädel weiterverfolgt werden. Leider sind die Schädel in vielen Fällen so fragmentarisch, dass für die Beurteilung der Gräbergruppen nur einzelne bewertbare 64
        

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