Vier Tage nach Erfüllung seines 85. Lebensjahres hat uns Pfarr- Resignat Fridolin Tschugmell für immer verlassen. Ihm waren viele Jahre geschenkt, ein langes und erfülltes Leben als Seelsorger und For- scher. Und es war ihm vergönnt, bis ins hohe Alter die Früchte seiner unermüdlichen wissenschaftlichen Bemühungen zu ernten. Fridolin Tschugmell wurde am 5. September des Jahres 1896 als Sohn der Eheleute Laurenz Tschugmell und Fridolina geb. Keller in Triesen geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Triesen und der Realschule in Vaduz besuchte er bis 1915 das Gymnasium in Feldkirch. Von 1915 bis 1918 diente er als österreichischer Soldat im Ersten Welt- krieg. Nach dem Krieg nahm er sein Studium am Gymnasium in Feld- kirch wieder auf und begann 1920 das Theologiestudium an der Univer- sität in Innsbruck, das er am Priesterseminar in Chur abschloss. Dort wurde er am 20. Juli 1924 zum Priester geweiht. Am 27. Juli 1924 feierte er Primiz in Triesen. Dann folgten 13 Jahre segensreichen Wir- kens als Seelsorger von Mauren. 1937 kam er als Pfarr-Resignat nach Triesen. Von 1937 — 1945 betreute er den Sonntagsgottesdienst im Steger Kirchlein. Man nannte ihn deshalb auch den «Steg-Pfarrer». Als Schlosskaplan wirkte Pfarrer Tschugmell von 1945 bis 1980. 1962 wurde Fridolin Tschugmell in Triesen eingebürgert. 1963 er- hielt er durch Landtagsbeschluss das Landesbürgerrecht. Am 9. September 1981 ist er im Krankenhaus in Vaduz gestorben. Um ihn trauert — ausser seinen Angehörigen — nicht nur der Histori- sche Verein, der ihn wegen seiner grossen Verdienste um die Geschichts- forschung 1969 zum Ehrenmitglied ernannt hat, um ihn trauern seine ehemaligen Pfarrkinder, die ihm in Liebe zugetan waren und die fürst- liche Familie, deren Hausseelsorger er mehr als drei Jahrzehnte lang war. Um ihn trauern auch seine Bergfreunde, für die er als «Steg-Pfarrer» den sonntäglichen Gottesdienst gehalten hat. Sein Heimgang ist ein schmerzlicher Verlust für alle, die ihn kannten, und es ist keine Über- treibung zu sagen: für Liechtenstein. Weit war sein Arbeitsfeld, das er mit Begeisterung, mit ausser- ordentlicher Begabung und mit einem zähen und unermüdlichen Fleiss bestellte. Zentrales Anliegen war ihm die Familienforschung, die er im Lande eigentlich begründet hat. Er hat die Familienkunde als Wissen- schaft betrieben. Aber er hat es auch verstanden, das Interesse an den 10
        

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