Kindergräber noch weniger abgetieft waren, was die zum Teil massiven Störungen der Gräber im Nordbezirk und auch das Fehlen von Kleinkinder- und Säuglingsgräbern erklärt. An mehreren Orten Hess sich eine relativchronologische Abfolge von Bestattungen feststellen, wo jüngere Gräber ältere gestört haben (Abb. 3). Wichtig ist, dass die einzelnen ursprünglichen Friedhofbezir- ke klar in Reihen geordnet waren, dem Gräberfeld lag also eine Ordnung zugrunde, die später als Folge des Platzmangels aufgehoben worden ist. Diese straffe Ordnung, die bei zeitgleichen Gräberfeldern andernorts noch unbekannt war (vgl. Etter + Schneider 1980, 203ff), hat nach unserem Dafürhalten ihren Grund im vorausgesehenen knappen Platzangebot in den eng begrenzten Geländemulden. Im Gräberbezirk Ost und Süd scheint ein etwas gesonderter Fall zu bestehen, da dort nicht das ganze mögliche Areal genutzt worden ist. Im Gräberbezirk Kuppe (Plan 3) sind mehrere Grabreihen erkennbar, die zum Teil auch durch jüngere Bestattungen überschnit- ten werden. Eine erste Reihe wird aus den Gräbern 34, 33, 32, 30, 31, 25, 24, 22, 21 und 20 gebildet (Grabnumerierung den Plänen entsprechend von links nach rechts). Beide Enden werden auffälliger- weise durch Kindergräber gebildet. Besonders zu erwähnen ist Grab 21, in welchem eine ältere Frau gewestet beerdigt worden ist. Bei der strengen Ordnung dieser Reihe muss diesem Befund sicher eine gewisse Bedeutung beigemessen werden: die überlebenden Sippenmit- glieder wollten offensichtlich, dass die Tote wohl in ihren Gräberbe- zirk als eine der Ihrigen aufgenommen wurde, aber nicht nach Osten orientiert wurde! Der Grund dazu wird uns für immer unbekannt bleiben. Etwas jünger als diese Grabreihe und die Fusszone von Grab 25 störend, ist das Grab 26. Die um fast 90° nach Nordost gerichteten Gräber 23, 28 und 29 sowie das etwas abseits gelegene Grab 27 sind die jüngsten und befinden sich etwa in der Mitte der älteren Grabreihe. Eine zweite Reihe bilden die Gräber 7, 6, 8, 9, 10, eventuell ein anderes, das nur noch durch seine Schrotung unter Grab 17 festgestellt werden kann, und ein weiteres, das nur durch die Schrotung gekennzeichnet wird, sowie Grab 4. Auch sie haben etwa die gleichen Abstände zueinander, mit Ausnahme von Grab 10 zum fast daneben geschroteten Platz. Die Gräber 17 und 19, aber auch die Kindergräber 29
        

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