das Pfrundhaus allmählich zerfalle, und der Kaplan könne und wolle nicht mehr darin wohnen. Um 1694 mussten die Hofkapläne angehalten werden, in den Pfrundhäusern zu wohnen, damit diese nicht ganz dem Zerfall überlassen werden. Im beginnenden 18. Jahrhundert wurde immer wieder über die Renovation der «Unteren Hofkaplanei» ge- schrieben und argumentiert. Der Hofkaplan dachte an die Aufgabe des unbewohnten Hauses und an den Erwerb des nahen, nördlich gelegenen Tschaggaturmes als Wohnhaus für den Eigengebrauch. Die Wohnruine aber blieb: eine angeblich vom Triesenberg — so wird 1738 berichtet — einstmals nach Vaduz versetzte Bauernhütte. Neubau der «Unteren Hofkaplanei» Die Baupläne und Belege zum Bau des in der Substanz noch stehenden Hauses der ehemaligen «Unteren Hofkaplanei» sind nicht vorhanden. Aufgrund der Bauart und einiger weniger stilistischer Eigentümlichkeiten glaube ich, dass das Haus an der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet worden ist. Man hat wohl beim Bau dieses Hauses sehr gespart. Schon bald begann man mit Umbauarbeiten und Reparaturen. Vor allem scheinen die Jauchegruben wenig dauerhaft ausgeführt worden zu sein. Wir fanden beim Fundament der Nordost- fassade nicht weniger als fünf verschiedene Jauchegruben. Im nörd- lich gelegenen Garten reihten sich dürftige Stallmauerfundamente an- einander, vermutlich Stallungen für Ziegen, Schweine, Schafe und viel- leicht für eine Kuh. Renovation im 19. Jahrhundert Aus Akten, welche Dr. Alois Ospelt aufgefunden hat, wissen wir über sehr eingreifende und weitgehende bauliche Veränderungen am spätbarocken Pfrundhaus ziemlich genau Bescheid. Die Veränderungen waren auch zu einem grossen Teil bei der jüngsten Renovation am Bau selbst abzulesen. Bereits 1807 war das Hausdach reparaturbedürftig, die Kellertüre verfault und der Putz der Fassade schadhaft. Für das Jahr 1837 sind aufwendige Maurerarbeiten und Arbeiten von Zimmerleuten belegt; desgleichen für 1844, als überdies noch eine Reihe anderer Handwerker im Hause tätig waren. Für den Hauscharakter prägend waren die baulichen Eingriffe um 1900: damals wurden die Fassade und die Fensterfronten verändert. 230
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.