jährig bestand. Die Triesner bauten 1759 ebenso eine neue Brücke über den Rhein. Sie diente wohl zur Bewirtschaftung der auf der anderen Seite des Rheins liegenden Triesner Heuwiesen (Büchel, 1902, S. 116; Poeschel, 1950, S. 5; Goop, 1973, S. 188). Eidgenössischerseits wollte man allerdings nichts davon wissen. Glarus erreichte in Vaduz, dass diese Brücke wieder entfernt wurde. Büchel (1902) sieht im Flur- namen «Capont»* casa pontis, das Haus an der Brücke, also noch ein Relikt jenes Brückenstandortes. Da der erste urkundliche Beleg dieses lateinischen Namens allerdings schon aus dem Jahre 1342 datiert, dürfte dieser Rhein-Brückenbezug nicht haltbar sein. Der Triesner Flurname ist zudem heute weiter den Hang hinaufgerückt. Eine solche Verhaltens- und Denkweise der Oberen macht ver- ständlich, wenn die Anwohner hüben und drüben bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. warten mussten, bis die ersten Rheinbrücken Liechtenstein mit der Schweiz verbunden haben, dies war 1867/68 mit den Strassen- brücken Haag-Bendern und Schaan-Buchs der Fall. Diese Brücken tru- gen meist Heiligenbilder, z. B. Statuen des Hl. Johannes von Nepomuk. Neben dem Rhein mussten die verschiedensten Gräben, Giessen und Bäche im Feld überspannt werden. Auch so haben wir manchen indi- rekten Hinweis auf Gewässer, wo heute nur noch die Flurnamen Hin- weise auf die ehemaligen Gerinne zulassen. Ein solcher indirekter, zusätzlich verballhornter Flurname liegt im «Schweinbogen» vor, den Frick (1954 und 1956) auf Schwibbogen und somit alte Schwibbogenbrücke über die «alte Esche» zurückführt. — Auf dem Lohmen beim Brückle, Schaan — bei der Brügelbruck, Eschen — bei der Knebelbruck, Triesen — bei der Kohlbruck, Balzers (vgl. Abb.) — beim Tenschenbrückle, Eschen-Schaan — Bruckacker, Gamprin, Ruggell — Bruckenpritschen, Ruggell Nipp (1911) hält Capont als eine Zusammensetzung von Caput und Ponte, also einen Brückenkopf, was Stricker (briefl. v. 11. 8. 1981) bestätigt. 191
        

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