— in der tiefen Gülle, Gille, Balzers (bei der tieffa Gülla, 1789), Tiefengülle (vgl. Vogt, 1958) — Güllenacker, Schellenberg 2. 1. 2 Stehendes Wasser Die folgenden Flur- und Ortsnamen geben uns besonders wert- volle Informationen über die einstige Natur- und Kulturlandschaft im Alpenrheintal. Sie sind Zeugen des ehemaligen Wasserreichtums, der durch Entwässerungen im 19. und 20. Jahrhunderts weitgehend ver- schwunden ist. 2.1. 2. 1 SEE Vom einst ausgedehnten «Liechtensteiner See» (vgl. Gunz, 1944) nach den Eiszeiten, ist bis ins 18 Jh. in der Tostner Bucht, im anschlies- senden österreichischen Bundesland Vorarlberg, der «Egelsee» erhalten geblieben. Er ist noch auf der Koleffelkarte (vgl. Fischer, 1910) einge- zeichnet. Heute erinnert nur noch der Flurname «am See» an dieses grenznahe Gewässer. Das 1,35 ha grosse Gampriner Seelein, erst im Zuge der letzten grossen Rheinüberschwemmung 1927 durch Auskolkung entstanden, stellt heute unsere grösste natürlich entstandene Wasserfläche im Rhein- tal dar. Die weiteren See-Flurnamen — wir dürfen sie von der ehemali- gen Grösse auch als Weiher ansprechen — sind alle auf den unteren Schellenberg beschränkt, wo sich noch vor wenigen Jahren eine wasser- reiche Stelle befand, die durch Aufschüttung zugedeckt wurde. Am Schellenberg dürften bei beiden Burgruinen, mit Sicherheit aber bei der hinteren Burg, kleine stehende Gewässer bestanden haben. Bei der Ruine am hinteren Schellenberg ist dies gar urkundlich belegt. Im Gebiet des heutigen «Rietle» verkauften der Kuntz im Holtz und Agnesa, seine Frau, beide sesshaft am Seelein bei der hinteren Burg, dem Stadtschreiber von Feldkirch einen Zins ab ihrem freien Eigentum (Malin, 1965). Noch heute sind im nördlichen Teil des «Rietle» letzte Reste von Feuchtgebiets-Pflanzenarten wie die sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) vorhanden. Die 1981 eingeleiteten Grundwasserabsenkun- gen an Ort werden diese Relikte zum Verschwinden bringen. 172
        

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