gottesdienste. Der Schrunser Pfarrer Fuetscher, der sich zum Unter- schied von der übrigen Montafoner Geistlichkeit als gehorsamer Josefi- ner erwies, wurde als lutherischer Sonderling und als kaiserlicher Ketzer verschrien. Er sperrte die Kirche auf dem «Gaues» zu, als die Wald- brüder trotz des kaiserlichen Verbotes der «heiligen Gräber» vom 14. 5.1782 ein solches beleuchtetes Grab aufstellten. Dasselbe taten auch die Bartholomäberger und die Tschaggunser. Übrigens sah sich Fuetscher gezwungen, 1789 auf die Pfarre Schruns zu verzichten und sich als Hofkaplan nach Vaduz zurückzuziehen.» Hofkaplan Joh. Franz Fetz schreibt in seiner «Geschichte der alten Florinskapelle», erschienen im «Sprechsaal für Belehrung und Unter- haltung», einer Beilage zum Liechtensteiner Volksblatt (1881) in seiner Aufstellung aller früheren Hofkapläne über den 18. Hofkaplan Joseph Anton Fuetscher das folgende: «Fuetscher Josef Anton (anwesend 1789), Dr. theol., apostol. Notar, 10 Jahre Pfarrprovisor zu Flums (Kt. St. Gal- len), 10 Jahre Pfarrer zu Schruns im Montavon, präsentiert durch den Landesfürsten Alois Joseph von und zu Liechtenstein dem Fürstbischof Dionys Graf von Rost zu Chur. Urk. datiert Wien den 11. Juli 1789. Die bischöfliche Konfirmation erfolgte am 16. November gleichen Jah- res; die Installation vollzog Hofkaplan Franz Abbarth auf der zweiten Pfründe am 9. Dezember 1789. Urkunde datiert Vaduz den 7. Februar 1790. — Die Urkunden im Archiv der Domprobstei in Chur. Fuet- scher starb hier im Alter von 52 Jahren und 4 Monaten den 14. März 1800. Er verfasste das «Heilige Kirchenjahr» in Form des bekannten «Goffini», gedruckt bei Josef Brentano in Bregenz und widmete das Buch dem Fürstbischof Karl Rudolf im Jahr 1795.» Im Totenbuch der Pfarrei Schaan steht unter dem 13. März 1800, dass Josef Anton Fuetscher, Hofkaplan in Vaduz gestorben sei und vor der Türe der St. Florins-Kapelle begraben wurde. (JBL 1927, Seite 76). Mehr konnte ich über diesen «kaiserlichen Ketzer», diesen «lutherischen Sonderling» bei uns nicht erfahren. Er übte also sein letztes Amt als fürstlicher Hofkaplan in Vaduz während zehn Jahren aus. Ich kann und will über diesen hochgeschulten Theologen kein Urteil abgeben, denn nur so leicht kann einem Verstorbenen Unrecht geschehen. Offen- sichtlich war er — nach Meinung seiner Pfarrkinder — gegenüber der weltlichen Behörde zu obrigkeitshörig gewesen. * * * 152
        

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