-Protokolle und Inventare ebenso wie etwa Tagebücher und Fotoalben. In der Urkundensammlung werden etwa 3.000 Urkunden in chronolo- gischer Reihung verwahrt.8 Das Material setzt im 11. Jahrhundert ein und führt bis in die Gegenwart. Die Benützung der Dokumente erfolgt über zeitlich geordnete Regesten bzw. über eine Orts- und Namenskartei. Die Korrespondenz der Kabinettskanzlei,7 des persönlichen Sekretariats des regierenden Fürsten ist ab 1919 vorhanden und erfährt laufend Ergänzung durch aktuelles Schriftgut. Im Zusammenhang mit der Wirtschafts- und Verwaltungstätigkeit im Fürstentum entstanden sind die sogenannten Domänenakten, die 1982 zu einem grösseren Teil dem Liechtensteinischen Landesarchiv als langfristige Leihgabe überlassen wurden. Der Wiener Teil des Hausarchives wird im Liechtensteinischen Gartenpalais im IX. Gemeindebezirk verwahrt. Für die Unterbringung der Archivalien im Umfang von ca. 3.200 Laufmetern Aktenkartons stehen drei grosse Räume sowie zwei kleinere Zimmer und der Keller zur Verfügung. Diese Bestände sind in erster Linie aus der Tätigkeit der Zentral- und Mittelbehörden bzw. aus dem Geschäftsgang der Herrschaftsämter hervorgegangen. Hier befindet sich die umfangreiche Korrespondenz der fürstlichen Hofkanzlei, die als übergeordnete Instanz in nahezu alle Bereiche der Administration und Wirtschaft eingriff. Das Aktenmaterial ist zwischen 1786 und 1814 nach Sachgebieten, dann chronologisch geordnet. Mit der Errichtung einer Zentraldirektion in Prag bzw. in Olmütz verlor die Behörde 1919/1924 stark an Bedeutung und wurde schliesslich 1933 aufgelöst. 6 Eine Auswahl liechtensteinischer Urkunden in erster Linie des 12. bis 16. Jahrhunderts bieten: Documenta Liechtensteiniana. Cura Alfredi principis a Liechtenstein. Edidit Rudolf Jenne, Privatdruck (s. a.). 7 Erstmals fassbar wird die Kabinettskanzlei im Schematismus von 1914, doch erst im Jahre 1920 erhielt sie Statuten und damit offiziellen Charakter: Danach leitete sie den gesamten Dienst um den Fürsten und war diesem direkt unter- stellt. Im einzelnen umfasste der Wirkungskreis der Kabinettskanzlei die Übernahme der Post und die Behandlung derselben nach Weisung, die Ver- mittlung zwischen den fürstlichen Amtsstellen und dem Fürsten, die Aus- fertigung, Ausgabe und Evidentführung der «Höchsten EntSchliessungen», die Vermittlung von Audienzen und die Überwachung der gesamten Haus- hofverwaltung. — Vorstand der Kabinettskanzlei war 1919 bis 1946 Joseph Martin, 1946 bis 1973 Dr. Gustav Wilhelm und ist seit 1973 Robert Allgäuer. — Ab 1921 ist die Amtsbezeichnung «Kabinettsdirektor» in Übung. 121
        

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