befand sich schliesslich Ende des 18. Jahrhunderts der Grossteil der fürstlichen Besitzungen in einer Hand. Massgeblich für die Rechtsstellung des Hauses war die Erwerbung der reichsunmittelbaren Herrschaft Schellenberg bzw. der Grafschaft Vaduz 1699 und 1712: 1719 wurde das Gebiet zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben. Mit dem Erbe bzw. Kauf der böhmischen Be- sitzungen Kaunitz, Rattay und Radim war in den 80er Jahren des 18. Jahrhunderts der Herrschaftsausbau im heute tschechoslowakischen Raum im wesentlichen abgeschlossen. Die Güter, die nach 1800 an die Familie kamen, lagen in Niederösterreich, der Steiermark, Kärnten, Salzburg und Ungarn. 1898 umfasste der forst- und landwirtschaftliche Besitz der regierenden Fürsten eine Fläche von rund 186.200 ha, davon entfielen 16% auf Österreich und Ungarn, 83% auf die Länder der böhmischen Krone. Des letztgenannten Grundkomplexes gingen die Liechtenstein teilweise im Verlauf der Bodenreform, 1945 schliesslich zur Gänze verlustig.2 3. Der Hofstaat Unter diesem Begriff wird noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts sowohl das Personal des fürstlichen Hauswesens wie auch das der Regierungs- und Verwaltungsstellen in Wien verstanden. Die «private» Sphäre einer adeligen Wirtschaftsorganisation wurde durch die Hof- ämter vertreten. Kammer, Haushofmeisteramt und Stallamt waren dem Fürsten direkt unterstellt und gewährleisteten die standesgemässe Füh- rung seines Grosshaushaltes. Der Kammerdiener sorgte für die persön- lichen Bedürfnisse der Herrschaft, trug deren Ausgaben und besoldete seine Untergebenen. Küche, Zuckerbäckerei und «Kredenz» standen unter Aufsicht des Haushofmeisters. Er fungierte als Personalchef der Livreebediensteten und war für den geordneten Ablauf der gesamten Hofhaltung verantwortlich. Die grösste Abteilung bildete das Stallamt. 2 Statistische Angaben zum Grundbesitz bietet Franz Kraetzl, Schematismus des gesamten hochfürstlich Johann Liechtenstein'schen Forstbesitzes (1873, 1877); ders., Schematismus des hochfürstlich Johann Liechtenstein'schen Güterbesitzes (1881, 1884); ders., Statistische Übersicht des gesamten hochfürstlich Johann Liechtenstein'schen Güterbesitzes (1891); ders., Das Fürstentum Liechtenstein und der gesamte Fürst Johann von und zu Liechtenstein'sche Güterbesitz (1898, 1903, 1914). 117
        

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