Wie die meisten Archive stellt auch das Hausarchiv der Regierenden Fürsten von Liechtenstein hinsichtlich der Provenienz des Schrift- gutes keinen einheitlichen Archivkörper dar, sondern ist eine Zusam- menfassung aller Archivalien, die im Zusammenhang mit einem Adels- haus in seinen verschiedenen Aspekten entstanden sind. Die Bestände gehen im wesentlichen parallel einerseits zur Familiengeschichte der Liechtenstein und dokumentieren somit die rechtliche, politische bzw. die persönlich-private Sphäre des Fürstenhauses. Zum andern ent- sprechen sie dem Verlauf des Besitzaufbaues bzw. sind aus der Tätigkeit der Zentralverwaltungsbehörden hervorgegangen. So ist es auch gerechtfertigt, die historische Entwicklung der Archivbestände anhand einer Darstellung der genannten Teilbereiche zu beleuchten.1 1. Familiengeschichte Die Herkunft der Liechtenstein ist heute noch nicht restlos geklärt, es ist jedoch eine Abstammung von den Herren von Donauwörth oder von den Herren von Machland anzunehmen. Als erster Träger des Namens scheint um 1136 ein Hugo von Liechtenstein im Traditionskodex von Klosterneuburg bei Wien auf. Im 13. bis 15. Jahrhundert sind Ver- treter der Familie im Gefolge der Landesfürsten, im Besitz von Landes- und Hof ämtern nachzuweisen. Der eigentliche Aufstieg der Familie setzt um 1600 ein und ist in erster Linie Resultat des zielstrebigen politischen Engagements Karls von Liechtenstein. Er war am Hof Kaiser Rudolfs II. als Obersthof- meister und Präsident des Geheimen Rates tätig, daneben als Landes- hauptmann in Mähren und nach der Schlacht am Weissen Berg unter Ferdinand II. Vizekönig von Böhmen. 1607 erhielt er den Palatinats- brief, 1608 wurde er, wie auch wenig später seine Brüder, in den erblichen Fürstenstand erhoben. Der parallel dazu erfolgte Besitzaufbau in den Ländern der böhmischen Krone untermauerte die soziale Position des Hauses. Mit der Schaffung von Fideikommissen wurde das Familien- vermögen gegen Verschuldung und Zersplitterung geschützt. Unter den Nachfolgern Karls, den Fürsten Karl Eusebius und Johann Adam, kam 1 Zur Entwicklung bzw. zum Aufbau des Archives siehe auch Evelin Ober- hammer, Das Hausarchiv der regierenden Fürsten von Liechtenstein, in: Scrinium, Zeitschrift des Verbandes österreichischer Archivare, Heft 24 (1981). 113
        

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