Einleitung Dort, wo der Gebirgseinschnitt von der St. Luzisteig her sich in die breite Rheinebene hinein öffnet, liegen in der Fortsetzung des linken Talrandes fünf felsige Erhebungen, die schräg und plattig gegen Westen aufragen - wie einzelne Tritte als Furt für Riesen in das einstmals sumpfige Rheintal hinein. Je weiter diese Felsbuckel zum Rhein hin stehen, desto grösser und höher sind sie. Der Runde Büchel liegt als letzter Vorposten vor dem weithin sichtbaren heutigen Schlosshügel Gutenberg, der sich gut 50 m aus der Rheinebene emporhebt (Abb. 1). Von diesem dominanten Standort aus überblickt man das breite Rheintal weit flussauf- und -abwärts sowie den alten Passweg über die St. Luzisteig gegen die Alpen. Er hat seit jeher immer wieder Menschen zur Besiedlung, zu Kulthandlungen, zur sicheren Zuflucht oder zur Beisetzung Angehöriger angezogen. Beispiele dafür sind das flaschenartige, einstichverzierte Gefäss der jungsteinzeit- lichen Rössenerkultur als ältester archäologischer Fund aus Balzers, Keramikscherben der Laugen-Melaun-Kultur der späten Bronzezeit, die berühmten Bronzefigürchen aus der jüngeren Eisenzeit, die zahlreichen Münzfunde aus der Römerzeit, aber auch etliche undatierte Gräber. Seit den jüngsten Grabungen sind nun auch auf dem Runden Büchel latenezeitliche Siedlungsreste und Bestattungen sowie ein frühmittelalterliches Gräberfeld nachzuweisen, das hier vorgelegt werden soll. Damit werden die beiden topographisch so auffallenden Felskuppen im Rheintal - Schlosshügel und Runder Büchel - wohl zum geschichtsträchtigsten Ort im Fürstentum Liechtenstein. Anlass zur Grabung auf dem Runden Büchel gab das Projekt einer sich in Gründung befindlichen Weinbaugenossenschaft. Diese hat zum Ziel, auf einer erweiterten und neu terrassierten Anbaufläche am Schlosshügel Gutenberg und auf dem Runden Büchel nach modernen Methoden Reben zu pflanzen und Wein zu produzieren. Dadurch würden aber die zum Teil althergebrachten Kulturschichten und sogar die obere Partie des anstehenden Felsens umgelagert oder doch mindestens stark gestört und verändert. In Anbetracht der archäologi- schen Wichtigkeit des Gutenberges, dessen partielle Erforschung in den Dreissigerjahren zu so bedeutenden Funden wie die Figurengrup- 15
        

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