Gerichtsbarkeit das Gott wohlgefälligste Werk und die vornehmste Pflicht des Monarchen). Das andere Heilmittel ist weltlich und zweierlei: das erste ist, des Generalissimus Ungehorsam abstellen, welches ich an- nehme, dass es im Guten nicht gesehen könne, weil er nicht zu gehor- chen gewohnt ist, darin verwöhnt und so verhärtet ist, dass er, da ihm Euere Majestät ungewöhnlicherweise und gar gelind befohlen haben, er solches mit Worten und Werken geahndet hat. Ausserdem, wenn er jetzt gleich gehorchen würde und daneben in der jetzigen Autorität verbliebe, so wäre Euer Majestät nicht geholfen, sondern Sie müssten stets be- fürchten, dass wenn er wollte, er wiederum dergleichen Ungehorsam mit Gefahr und Schaden Euerer Majestät und der Ihrigen verüben könnte, dadurch Euere Majestät in der jetzigen und steten Gefahr bleiben, in- dem er sich also stärken möchte, dass man ihn danach zum Gehorsam nicht zwingen könnte, weshalb ich es für vergeblich und höchstgefährlich halte, anzustreben, ihn mit Gutem zum Gehorsam zu bringen. Das andere Mittel ist, dass die Heeresmacht zu Euerer Majestät Ver- fügung komme; dies kann geschehen dadurch, dass ihm die Autorität über dieselbe gemindert wird (insonderheit dass die Aufstellung und Auflösung der Regimenter und auch die Einnahmen der Kriegssteuer und Beschlagnahmungen und dann auch die Quartiere zu Euerer Maje- stät Verfügung stehen). Wird ihm das zugemutet, so wird er dadurch beleidigt und er kann dies mit Schaden und Gefahr ahnden, solang er die Heere kommandiert. Daher gibt es kein anderes Mittel, als dass er vom Generalat abgesetzt werde; (denn wenngleich die Beamten und Obristen zu Euerer Majestät Unterordnung sind, so könnte er dieselben leicht in einen solchen Stand bringen, dass wenn nicht die Ganzen, doch Teile derselben, dass sie wenigstens teilweise vom Feind ruiniert würden oder sich demselben untergeben müssten). Die Absetzung im Guten anzustreben halte ich erstens für vergebens, denn er liebt das Kommando über die Armee zu sehr, wird es auch nicht lassen, es sei denn, wenn er im Guten nicht will, dass er es tun muss, zweitens für gefährlich, denn wenn er solches bemerkte, könnte er sich dagegen verhärten und solches zu Euerer Majestät Nachteil spüren lassen. Ich schliesse daher, weil in einer Verzögerung die höchste Gefahr be- steht, er ehestens, wie man kann und mag, ohne Verlust seines Lebens 101
        

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