FÜRST KARL Er ist als Staatsmann von entscheidender Bedeutung. Seine Zusam- menarbeit mit Wallenstein ist in die Geschichtswerke eingegangen und soll hier nur gestreift werden. 1620 erhielt er eine provisorische Bestellung zur Ordnung der Ver- hältnisse in Böhmen, nachdem die Stände dieses Königreiches den Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zum König gewählt und Kaiser Ferdinand ausgeschaltet hatten, was einer Revolution des böhmischen Adels gleichkam. Nach dem entscheidenden Siege der kaiserlichen Truppen in der Schlacht am Weissen Berg bei Prag ernannte ihn der Kaiser zum Statthalter von Böhmen und somit zu seinem Stellvertreter mit weitreichenden Vollmachten. Wallenstein war «Oberst von Prag» und als solcher Militärkomman- dant, aber dem Fürsten unterstellt. Es ergab sich eine enge und mannigfache Zusammenarbeit in dem weiterhin von Unruhen erschütterten Lande: Verfolgung der Rebellen, Konfiskation und Verkauf ihrer Güter (wobei sie ihren Besitz selbst ausserordentlich erweiterten) und Führung von Prozessen auch gegen die geflohenen Gutsherren. Der Statthalter erhielt vom Kaiser den strengen, genau vorgezeich- neten Auftrag, den Vorsitz über den grossen Prozess zu führen, der mit der Hinrichtung von 27 Aufständischen endete, und er konnte nur ganz wenige Milderungen erreichen. Wallenstein musste dabei mit seinen Soldaten Prag besetzen, um Unruhen zu vermeiden. Die beiden waren massgeblich in einer Kommission tätig, welche eine neue Verfassung ausarbeitete, die «verneuerte böhmische Lands- ordnung». Aus dem Wahlkönigtum wurde Böhmen (und später auch Mähren und Schlesien) zum Erblande des Hauses Habsburg. Im Todes- jahre des Fürsten 1627 ist sie in Kraft getreten. FÜRST MAXIMILIAN Er hatte die Soldatenlaufbahn gewählt und stand bereits als Zwanzig- jähriger im Kriegsdienst. Schon 1619 war er Inhaber eines eigenen Regiments und ein Jahr später Kommandant der Artillerie. 80
        

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