Zur Ausgangslage Die Kapelle St. Georg steht, die Häusergruppe Hinter-Schellenberg überragend, auf einer schmalen Felsrippe in südöstlicher Orientierung (Koordinaten 111 6012/637.42; Meereshöhe 625 m). Der einfache Bau besteht aus einem in der Grundrissform rechteckigen Schiff, das flach eingedeckt ist und einer trapezförmigen Choranlage mit ebenfalls fla- cher Decke. Ein rundbogiger Triumphbogen trennt den eingezogenen Chor vom tiefer liegenden Schiff. Die Belichtung des Raumes gewähren Lünetten, die spitzbogig abschliessen und das Schiff in zwei Achsen gliedern, während ein Paar Lünetten die schrägen seitlichen Chorwände durchbrechen. Eine Lünette in der nordwestlichen Gibelwand erhellt die Empore. Auch der Estrich der Kapelle besitzt eine kleine Licht- quelle. Das einheitliche Satteldach ist über dem Chor abgewalmt und trägt beim Ansatz des Walmes über dem Chor einen im Grundriss vier- eckigen Dachreiter, dessen Helm nach quadratischem Ansatz in einem achteckigen Spitz endet. Im Dachreiter hängen zwei Glocken, wovon die kleinere (0 42,5 cm) auf 1694 datiert ist, während die grössere (0 51 cm) die Jahreszahl 1864 trägt (Planbeilagen 1 — 7; Abb. 13, 14). Die Ausstattung besteht aus einem arg verrestaurierten, blau ange- strichenen Altaraufsatz, welcher auf einen gemauerten Altarblock mon- tiert wurde. Das Retabel besitzt keine Bekrönung; das Altarblatt (hl. Georg) ist neueren Datums. An der Nordostwand des Schiffes ein Öl- gemälde (187 x 127,5 cm), Kampf des hl. Georg mit dem Drachen darstellend (um 1650). An der linken Seite des Triumphbogens eine farbig gefasste Holzskulptur «Maria mit dem Kinde» in nazarenischer Manier. Zur Kapelle gehört auch ein auf Holz gemaltes Votivbild (83 x 59 cm) in Öl, gestiftet von der Gemeinde Schellenberg im Jahre 1802. Weitere Ausstattungsgegenstände sind: Eine spätgotische Holz- skulptur «Auferstandener Christus» (57,5 cm), sowie ein Holzkreuz aus dem frühen 17. Jahrhundert; schliesslich ein vergoldetes barockes Vor- tragekreuz (H. 39 cm) und ein geschmiedeter Wandleuchter mit Stifter- inschrift der Geschwister Andreas und Maria Gent von 1645; aus der gleichen Zeit auch ein vergoldeter Kelch, vermutlich hergestellt von Clessin in Feldkirch (vgl. zur Ausstattung Abb. 8 —14).1 1 Erwin Poeschel, Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein, 1950, 277 f. 14
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.