die Bildthawerin». Bisher sind von Kegel keine Werke bekanntgewor- den. Die Bildhauer Bin, Miller, Kegel sind Glieder in der langen Kette der Feldkircher Bildhauer und bilden den Übergang zum 18. Jahrhun- dert, das hier noch wenig erforscht ist. Den grossen Meister Erasmus Kern dürften sie nicht erreicht haben, wenigstens nicht nach den bisher bekannten Werken.26 Leider fehlen gerade für die Zeit des Wiederaufbaues nach dem Brand Ratsprotokolle und Rechnungen, aus denen man vielleicht ent- nehmen könnte, wer um 1700 als Bildhauer tätig war. Der Altar Kerns von Eschen ist nicht mehr in Liechtenstein. Er wurde nach dem Ersten Weltkrieg nach Aachen verkauft. Von dort kam er nach Grothenrath (Rheinland), wo er in der Kirche einen würdi- gen Platz gefunden hat. In Nendeln wurde die Kapelle 1941 abgebro- chen. Nur die Uberreste des Altares blieben erhalten und sind jetzt im Landesmuseum in Vaduz in guter Hut. Johann Bin hat seine Kunst bei Sebastian Erlacher in Graz erlernt. Es ist möglich, dass Bin durch Erasmus Kern nach Feldkirch gekommen ist, da Kern als Geselle in Graz war. Deswegen kann man aber Bin noch nicht als Schüler von Kern bezeichnen. In Wiener-Neustadt kommt der Name Bin in Ratsprotokollen, die weit zurückreichen, nicht vor. Vielleicht hat er früher dort gearbeitet, bevor er nach Graz kam. Es ist auch möglich, dass der Name der Stadt falsch verstanden wurde oder unrichtig gelesen wurde. Ich vermute, dass Bin aus Bayern stammte, wo dieser Name häufig vorkommt. Dann könnte er bei seinem Landsmann Erlacher gute Aufnahme gefunden haben. Im 17. Jahrhundert sind noch mehr Bayern vor den Schrecken des 30jährigen Krieges nach Steiermark gewandert. Hat Bin nun bayrische oder steirische Kunst nach Feldkirch gebracht und seinem Sohn Ignaz Joseph weitergegeben? Es wäre für einen Kunst- historiker eine interessante Aufgabe, durch Vergleiche mit Werken Er- lachers auch Werke Bins zu finden. Könnte etwa das Epitaph für Er- lacher in der Stadtpfarrkirche in Graz von seinem dankbaren Schüler Johann Bin stammen? 26 Sperger, Yvonne, Erasmus Kern, Montfort, 20. Jhg. 1968, Heft 3, S. 111 ff. 70
        

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