zin beim Apotheker besorgt haben. Die Krankheit dürfte ziemlich schwer gewesen sein und hat lange gedauert, wie die Rechnung beweist. Die Ausgaben waren sehr hoch.14 So wird von dem Geld, das Bin für den Altar in Nendeln erhalten hatte, wenig übriggeblieben sein. Zudem hatte er Schulden, die er abzahlen musste. Sogar der kleine Betrag von 2 fl 31 kr führte zu einem Rechtsstreit vor dem Stadtrat. Der Zoller von Vaduz, Nikolaus Brueder, hatte in Feldkirch das Gasthaus zum «Adler» (heute Neustadt Nr. 5) um 1000 Gulden gekauft. Um diese Summe be- zahlen zu können, trieb er alle Aussenstände ein. Bins Schwager Peter Weinzierl war ihm 2 fl 31 kr schuldig und hatte aber kein Geld. Daher bat er Bin, für ihn einzuspringen. Bin berief sich auf den Pfarrer von Röthis (Vorarlberg), der ihm was schuldig sei. Er hoffte, von ihm das Geld zu bekommen, um Brueder zufriedenzustellen. Da er vermutlich keinen Erfolg hatte, überliess er die Forderung an den Pfarrer dem Zol- ler, der in solchen Geldgeschäften mehr Übung hatte als der Künstler.15 Sein Schwager Jakob Bertsch versuchte, von Balthasar Gabriel 13 fl zu bekommen, die Gabriel dem Bertsch schuldete. Diese Sache wurde vom Stadtrat an die «vorsprecher» (Fürsprecher) verwiesen. Es ist nicht bekannt, ob und wann Gabriel bezahlt hat.18 Auch eine Schwägerin, Agnes Bertsch, bat Bin um seine Hilfe. Sie war eine Ausbürgerin und sollte die Stadt verlassen, da für die Bürger zuwenig Platz sei. Bin verteidigte vor dem Stadtrat das «armselige und hilflose Kind» und erreichte, dass sie bleiben konnte. Später wurde sie sogar Bürgerin. Bin hatte auch um ein Almosen für sie gebeten. In die- sem Fall entschied der Rat, dass sie erst ein Almosen erhalten könne, wenn sich die Verwandtschaft ihrer angenommen hätte.17 Aus diesen Streiflichtern ersieht man, dass Ignaz Bin ein Opfer seiner Gutmütigkeit und Nächstenliebe wurde, weil die Verwandtschaft ihn immer wieder um Hilfe gebeten hat. Ich konnte nur einige Beispiele aus den Ratsprotokollen bringen, die vor dem Stadtrat verhandelt wurden. Wann und wo Bin sonst noch geholfen hat, wissen wir nicht. 14 STAF Hds. 83, Waisenrechnungen 1687, folio 72. 15 STAF, RP, Hds. 5, fol. 523, 16. 3. 1687. 16 STAF, RP, Hds. 8, 5, fol. 10, 13. 2. 1688. 17 STAF, RP. Hds. 5, fol. 510, 22. 1. 1687. 66
        

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