der Höhepunkt seines kurzen Lebens gewesen zu sein. Der Lohn war nicht hoch und betrug nur 36 Gulden. Der Schreiner Johann Jakob Nasal verdiente 45 fl. Erwin Poeschel schrieb 1948 über dieses Werk:12 «An plastischer Kraft hat Bin den Erasmus Kern nicht erreicht, aber es mag ein Erbe seiner österreichischen Herkunft sein, dass ihm sein Bestes in den Putti gelang, die in ihrem drolligen Liebreiz vollbürtige Spiel- gefährten der barocken Kinderreigen sind, wie sie die süddeutschen und österreichischen Kirchen bevölkern». Wahrscheinlich war der Künstler damals längere Zeit in Nendeln, um den Altar zu bauen und aufzurichten. Oder hat er ihn in Feldkirch mit seinem Vater gebaut und dann allein in der Kapelle aufgerichtet? Die Entfernung von Feldkirch nach Nendeln ist nicht gross, sodass man den Altar leicht dorthin bringen konnte. Bisher fanden sich darüber keine Aufzeichnungen, die Aufschluss geben könnten. Auf Bins Auf- enthalt in Nendeln dürfte sich eine Notiz in einer Waisenrechnung von 1687 beziehen. Da der Buchdrucker Johann Baptist Hummel, wegen seiner Buchdruckerei immer wieder Schulden hatte, setzte der Stadtrat für die unmündigen Kinder Hümmels, Magdalena und Katharina, den Nachbar Franz Zipper als Vogt (Vormund) ein: In der erwähnten Rechnung bezieht sich darauf folgender Vermerk:13 «Nr. 1. Dem Bildhauer Ignati Bing(!) seinetwegen sambt der außwert gehabten Kranckheit bis 24 Marty 1687 9 f (Gulden). Nr. 2. Dem Appentegger in seiner Kranckheit bezalt 2 f 30 kr (Kreu- zer). Item umb wurm Zeltlin und Safran zum Überschlag 10 kr». In dieser Rechnung steht ausserdem noch dabei: «Obbesagten 24 Merzen ist Sye zu mir komen und allda gewest bis 8. May ä 30 kr so 6 wochen 3 f». Es ist nicht ganz klar, welche der Schwestern Hummel zum Vogt ge- kommen ist und Bin vielleicht ihr Zimmer überlassen hat. Da Magdalena zu dieser Zeit 15 Jahre alt war, ist es möglich, dass sie der Frau von Bin bei der Pflege geholfen hat. Sie könnte ja den Arzt geholt und die Medi- 12 Poeschel, E., a. a. O. JBL 48, S. 76. 13 Johann Baptist Hummel druckte die Chronik von Johann Georg P r u g g e r: Veldkirch. Das ist: Historische Beschreibung der O. O. vor dem Arienberg gelegenen Statt Veldkirch. 1685. 65
        

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