es einem «Prinzen der Bildhauerkunst» zukomme. Bei dieser Feier waren noch anwesend: Franz Clessin, Ratsherr und Amts-Baumeister, Bernhard Steinhauser, Ratsherr, und Johann Jakob Haas, beide Maler. Im gleichen Jahr heisst es dann im Ratsprotokoll: «Johann Bin Bildhauer bittet, ihme die 15 Kreuzer zu assignieren, (anzuweisen) welche vorhin Eva Khuenin aus dem Spital gehabt hat.»10 Der Bescheid lautete: «Johann Bin dem Bildhauer seind (doch ohne Consequenz) aus dem Spital wöchentlich 10 Kreuzer vergont». Vermutlich war Bin da- mals schon so alt und arm, dass er die öffentliche Fürsorge in Anspruch nehmen musste. Er dürfte um 1700 gestorben sein. Die Sterbematriken von Feldkirch reichen nicht so weit zurück, dass man das Todesjahr genau bestimmen könnte. In den Bürgerlisten von 1702 und 1703 kommt sein Name nicht mehr vor. Ignaz Joseph Bin wurde am 10. August 1659 als Sohn des Johann Bin und der Anna Maria Schenk in Feldkirch geboren. Er lernte die Bildhauerkunst wahrscheinlich zuerst bei seinem Vater. Es ist nicht bekannt, wo der Sohn dann auf Wanderschaft war. 1674 kommt sein Name erstmals mit dem seines Vaters vor. In der Einleitung wurde schon darauf hingewie- sen, dass die Signatur von beiden Bin auf der Rückseite einer Marien- statue in Ems (Graubünden) gefunden wurde. Ignaz Joseph heiratete am 24. April 1684 Margarethe B e r t s c h von Feldkirch, die ihm drei Kinder gebar. Im gleichen Jahr kommt sein Name im Ratsprotokoll vor im Zusammenhang mit einer kleinen Rau- ferei, an der auch der Glockengiesser Hans Georg G a p p beteiligt war. Die Missetäter wurden ermahnt, gute Nachbarschaft zu halten. Gapp hatte seine Giesshütte damals noch im «Entagässele» am Enten- bach hinter den Neustadthäusern beim Rathaus. Aus dieser Notiz erfah- ren wir eine wichtige Tatsache: auch die Bin hatten dort ihre Werkstatt.11 Als selbständiger Meister arbeitete Ignaz Joseph 1686 am Hochaltar der Kapelle St. Sebastian und St. Rochus in N e n d e 1 n . Das scheint 10 STAF RP Hds. 8, fol. 320, 3. 8. 1691. 11 STAF RP Hds. 5, fol. 349, 24. 11. 1684. 64
        

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