Fürstentum Liechtenstein. Den Rest der Bildwerke kann man jetzt im Landesmuseum in Vaduz bewundern, wo die Statuen einen wert- vollen Bestand der Sammlungen darstellen. Nun ergeben sich viele Fragen nach Herkunft und Werken dieses Meisters. Es sind aber wenige Zeugnisse der Kunst Bins erhalten ge- blieben, bei manchen ist man nicht sicher, ob sie von ihm sind, z.B. die Justitia und der hl. Michael im Rathaus von Feldkirch, ebenso der schöne Genius im Bürgermeisterzimmer. Bei der Restaurierung der Johannes-Kirche in Domat-Ems (Graubünden) entdeckte man auf der Rückseite einer Marienstatue, die zu einer Kreuzigungsgruppe gehört, die Signatur: «1674 Johannes bin byldthouwer Veldkirch, Ignazius bin». Wer war Johann Bin? In welcher verwandtschaftlichen Beziehung stand er zu Ignaz Joseph? In der Frauenkirche in Feldkirch ist ein Triumphkreuz erhalten, das Johann Pin zugeschrieben wird. Frau Elisabeth Gasser von Strass- berg, geb. Öxlin, soll es im Jahre 1673 der Frauenkirche geschenkt haben. Der verstorbene Kirchenarchivar Dr. Andreas U 1 m e r gab aus den Matriken des Pfarramtes St. Nikolaus-Feldkirch Antwort auf die Frage nach der Verwandtschaft. Er hatte herausgefunden, dass Johann der Vater von Ignaz Joseph war. Schwieriger wurde die Frage nach der Herkunft. Sie ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Name Bin be- zieht sich wohl auf jemanden, der es mit Bienen zu tun hatte, also auf einen Imker. Es kommen verschiedene Schreibarten vor: Bin, Binn, Bün, Pin, Bien. In bekannten Akten und Urkunden ist der Name in Vorarlberg nicht zu finden, aber in Bayern und Württemberg. Nur in zwei Urkunden und im Ratsprotokoll des Stadtarchivs Feldkirch scheint er auf.3 3 D. Frey, Kunstdenkmäler Feldkirch, a.a. O., S. 73, 177. E. Poeschel, Kunstdenkmäler Graubünden, Bd. VII (Chur), Nachtrag zu Bd. III. S. 435 ff. Poeschel, Kunstdenkmäler Liechtensteins, S. 233. Dompfarramt St. Nikolaus-Feldkirch, Tauf- und Eheregister der betreffenden Jahre. 60
        

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