Als im Jahre 1958 das Werk von Dagobert Frey «Die Kunst- denkmäler des politischen Bezirkes Feldkirch» erschienen war, zeigte sich in hervorragender Weise die Bedeutung Feldkirchs im Kunstleben Vorarlbergs und die Ausstrahlung in die Nachbarländer, nach Liechten- stein und in die Schweiz. Seit dem Mittelalter hatten viele Künstler in dieser Stadt ihre Heimat und Werkstatt, erhielten aber nicht immer genug Aufträge, um ständig in Feldkirch leben zu können. So waren sie darauf angewiesen, in der Nachbarschaft Arbeit zu suchen. Da Feld- kirch 1300 Jahre lang zum Bistum C h u r gehörte, suchten sie bei Bischöfen und Pfarrherren ihr Glück, um bei Kirchen und Kapellen ihre Kunst zeigen zu können. Es handelt sich in dieser Arbeit um Bildhauer, deren Namen lange Zeit vergessen waren und erst durch die Kunstforschung des 20. Jahr- hunderts wieder bekannt geworden sind. Ich erinnere an Meister Claus von Feldkirch, der in der Kathedrale von Chur das Sakra- mentshäuschen schuf, an die Bildhauerfamilie Arnolt-Dieffolt, deren berühmtester Sohn Heinrich Dieffolt für das Kloster Muri in der Schweiz drei grosse Altäre gemacht hat. Sie wurden noch zu seinen Lebzeiten (1587) von Fanatikern zerstört und in den Zürichsee gewor- fen. Besser bekannt ist Erasmus Kern, dessen Name und Werk durch die Forschungen von Dr. Erwin P o e s c h e 1 und Dr. Dagobert Frey der Vergessenheit entrissen wurden.1 Als Poeschel bei der Arbeit für die Beschreibung der Kunstdenk- mäler des Fürstentums Liechtenstein den Vertrag des Bildhauers Eras- mus Kern mit der Gemeinde Eschen fand, glückte ihm noch ein zweiter Fund. Im Podest der Madonna des Hochaltares der Kapelle St. Sebastian und Rochus in N e n d e 1 n (Liechtenstein) befand sich eine Erklärung über die Weihe der Kapelle im Jahre 1686, wobei der Name des Bild- hauers Ignaz Joseph B i n von Feldkirch genannt wurde.2 Diese Kapelle wurde aus Gründen des Verkehrs im Jahre 1941 abgebrochen. Der Hochaltar kam teilweise an den Historischen Verein für das 1 Die Angaben der Literatur befindet sich am Schluss des Beitrages. Die Haupt- quelle waren die Ratsprotokolle im Stadtarchiv Feldkirch, hier mit RP. STAF bezeichnet. In den Anmerkungen wird nur kurz auf das betreffende Werk verwiesen, um Platz zu sparen. 2 Poeschel, JBL, 1948, S. 78, Abb. 25. 59
        

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