Kuratbenefizium.19 Formalrechtlich ist Schellenberg 1881 eine Pfarrei geworden.20 Parallel dazu erfolgte der Aufbau des Klosters der Schwe- stern vom Kostbaren Blut. Nach dem ersten Aufenthalt einiger Ordens- leute im Jahre 1858 mit einer provisorischen Aufenthaltsbewilligung21 folgte 1861 die eigentliche Aufenthaltsgenehmigung,22 welche 1865 in eine Niederlassungsbewilligung umgeformt wurde, bei gleichzeitigem Einverständnis des Fürsten zum Bau des Klosters.23 Zuvor hatten die Ordensleute, in einem ärmlichen Bauernhaus und der kleinen Sakristei der Kapelle lebend, im Sommer 1860 den Südtrakt des Klosters errichtet; in den Jahren 1865/73 entstand der Nordtrakt. Die Klosterkirche selbst wurde 1880 eingeweiht.24 In der vorhandenen Literatur wird die Kapelle St. Georg in Hinter- Schellenberg beinahe übergangen. Da die Urkundenlage zur Datierung des Neubaues nicht weiterhilft,25 sind wir auf stilistische Merkmale am Bau, auf Ausstattungsgegenstände und Bodenfunde verwiesen. Nachdem Grundrissform und Baugestalt keine eindeutige Datierung ergeben ha- ben, lässt der Mauercharakter mit gebrochenen Steinen den Verweis des Baues in nachbarocke Zeit zu. Die lünettenaitigen Kapellenfenster und die insgesamt nüchterne Art geben dem Sakralbau den Charakter spät- josefinischer, provinziell-biedermeierischer Bauten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Architektursprache und den stilistischen Eigen- heiten ist St. Georg in Schellenberg mit der Pfarrkirche von Mauren am nächsten verwandt.26 Überdies ist auf der Rückseite des erwähnten Altaraufbaues von 1659 das Renovationsdatum 1855 vermerkt. Der 19 Otto Angehrn, a. a. O., 55; Erwin Poeschel, a. a. O., 276. 20 Erwin Poeschel, a. a. O., 276. 21 Otto Angehrn, a. a. O., 20. 22 Otto Angehrn, a. a. O., 35. 23 «Die Errichtung des Klosters und der Aufenthalt sei gewährleistet». Karl von Hausen im Auftrag des Fürsten, 18. Juni 1865. Otto Angehrn, a. a. O., 39 f. 24 Otto Angehrn, a. a. O., 56 ff. 25 Vgl. die erwähnte Literatur bei Johann Bapt. Büchel, Erwin Poeschel und Otto Angehrn. 26 Georg Malin, Kunstführer Fürstentum Liechtenstein, 2. Aufl. 1977, 107 ff.; Erwin Poeschel, a. a. O., 259 f. 47
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.