Hingegen könnte die kleinere Glocke (0 42.5 cm) mit der Erbau- ung von St. Georg I zusammenhängen. Die Glocke trägt die Inschrift: «HERR BERNHARDT RASSLER PFARHER HANS JORG GAPP UND GABRIEL FELIX GVSEN IN VELDKIRCH 1694».1» Diese Glocke könnte im Dachreiter der ersten Kapelle durchaus Platz gefun- den haben, zumal das Votivbild von 1802 ein überzeichnetes Glöcklein im Dachreiter zeigt (Abb. 12). Welche Beziehung aber Pfarrer Rassler veranlasst haben mochten, nach Schellenberg ein Glöcklein zu stiften, ist eine völlig offene Frage. Das Vortragekreuz aus der Zeit um 1700 könnte ebenfalls in einem Konnex mit der Erbauung von St. Georg I stehen (Abb. 18, 19). Zwei Ölgemälde (27.5 cm x 22 cm), auf Leinwand, 18. Jahrhundert, Jesus und Maria darstellend, sind nach der Renovation aus privatem Besitz wiederum dem alten Bestimmungsort zurückgegeben worden. Die Verwendung dieser Gemälde in der ersten St. Georgs-Kapelle ist wahr- scheinlich (Abb. 15,16). Ebenso könnte das ausdrucksvolle Wachs-Jesus- kindlein in der Kapelle St. Georg I der Andacht gedient haben (Abb. 20). Der grösste Teil der Kultgegenstände, Gerätschaften und Bildwerke sind somit im Laufe der Zeit zugekauft worden, so dass dadurch kein si- cherer Hinweis auf die Bauzeit der ersten Kapelle gegeben ist. Zwar ist 13 Rassler ist ein in Feldkirch nachgewiesener Familienname. Ein Bernhard Rasser trat am 17. Januar 1674 als Verkäufer des Johann Rassler-Hauses nahe der Marktgasse auf. Das Haus übernahm für 1250 fl Landeshauptmann Franz Lettmann. Wenig später, am 2. August 1675, urkundete er als Vormund einer Jungfrau, die ins Kloster Valduna eintrat. Rassler war Ratsherr in Feldkirch («dess Inneren Rathss») (Stadtarchiv Feldkirch, Kaufbrief R Akt 185, 17. Ja- nuar 1674; R Akt 1887, 2. August 1675). Für Bernhard Rassler wird in einem Auszug im Feldkircher Stadtarchiv der 20. November 1687 als Todestag ge- nannt (AB 81). Im gleichen Exzerpt erscheint ein Bernhard Rassler als «Deputat und Pfarrer in Thüringen». — Auch die Gapp sind ein altes Feld- kircher Geschlecht (Karl Kelz, Zur Geschichte des Feldkircher Friedhofs, 1939, 67). Johann Georg Gapp wird als Stuck- und Glockengiesser 1684 und 1697 bezeichnet (Dagobert Frey, Die Kunstdenkmäler des politischen Bezirkes Feldkirch, 1958, 569). — Gabriel Felix d. Ältere von Bludenz ist seines Zei- chens ebenfalls Stuck- und Glockengiesser und wird 1646, 1675, 1676, 1685 und 1697 genannt (vgl. Dagobert Frey, a.a.O., 569). 1676 hat er für die alte Kapelle Ruggell und 1704 ein Glöcklein für Rofenberg, Eschen, gegossen (vgl. Erwin Poeschel, a. a. O., 238, 272). Johann Georg Gapp und Gabriel Felix haben ferner nach dem Stadtbrand von Feldkirch 1697 die grosse Glocke im Katzenturm gegossen (vgl. Dagobert Frey, a.a.O., 129). 41
        

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