erhalten. Der Bagger hatte hier mit den Abbrucharbeiten eingesetzt. Auch an den Resten der Nordostmauer konnten wir die spezifischen Eigenheiten des älteren Mauerwerkes beobachten: zur Hauptsache Lesesteine in gelblichen Mörtel aus Grubensand verlegt (Abb. 2). Die Decke, welche den Grundriss überspannte, soll nach An- gabe des Hauseigentümers aus ca. 30 cm starken Eichenstämmen, grob quadratisch zugehauen, bestanden haben. Auf eine Seite hin hätten sich die Balken jeweils verjüngt. Über dem Holz habe eine 30 cm starke Lehmschicht gelegen. Die Eichenbalken selbst seien von Russ ge- schwärzt gewesen, da im Erdgeschoss vordem eine Schmiede einge- richtet gewesen sei. Die Funde, welche bei der Notgrabung anfielen, sind bescheiden. Die Keramik, kaum der Beachtung wert, geht nicht über das 18. Jahr- hundert zurück. Ein Kreuzer «K.K. Österreichische Scheidemünze» von 1879 lag an der Aussenkante der Nordostmauer. Sechzehn neuere Fünfliber (1932 — 1969) fanden die Arbeiter unter tiefem Schutt in Plastik verpackt auf dem alten Gehniveau. Über dem untersuchten Grundriss stand ursprünglich, wie aus der Beschaffenheit des Tores in der Ostecke zu schliessen ist, ein Weinkeller. Der Keller war mit einer gut isolierten Decke versehen, so dass relativ konstante Temperaturen gewährleistet waren. Allem Anschein nach muss die Südostmauer mit dem Tor einst eine Aussenmauer eines Hauses gewesen sein: sie ist südostseitig verputzt, und die vorhandene Ostecke wie auch die Südecke weisen keinen Zusammenhang mit den weiter nach Südosten verlaufenden Mauern des heute vorhandenen Hauses auf (Planbeilage 3). Anders formuliert heisst dies, dass der untersuchte Kellergrundriss älter ist als das bestehende Haus. Der Erst- bau muss seine nicht unterkellerte grundrissliche Ausdehnung gegen Nordwesten oder Südwesten aufgewiesen haben. Georg Malin 305
        

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