Mittelalterliche Baureste in Nendeln, Oberstädtle Am 25. Februar 1977 meldete ein aufmerksamer Geschichtsfreund, dass in einer Baugrube im Nendler Oberstädtle älteres Mauerwerk zum Vorschein komme. Bei einem ersten Besuch der Baustelle konnte ich feststellen, dass im Grundstück Kat. Nr. 10519, Koordinaten 159922/ 29612 des Werner Lang, Klosagasse 180, Nendeln, der Bagger älteres Mauerwerk zerstört und am Ostrand der Baugrube ein Mauerfundament angegraben hatte. In der Baugrube lagen Reste gelben Kalkmörtels, gerötete Steine, Asche und einige Scherben aus dem 19. Jahrhundert. Anhaltender Regen verwandelte die Baustelle in eine Schlammgrube. Das Bauamt der Fürstlichen Regierung stellte in verdankenswerter Weise die Grabungsequipe unter Leitung von Werner Batliner zur Sicherung des noch erhaltenen Befundes zur Verfügung. Das Geometer- amt verifizierte die Meereshöhen, und Werner Batliner fertigte eine steingerechte Zeichnung des noch erhaltenen Mauerrestes an. Die Rein- zeichnung übernahm Peter Albertin, Winterthur. Die Bearbeitung der Keramik erfolgte in zuvorkommender Weise durch den Archäologen Werner Stöckli, Moudon; Veronika Marxer zeichnete die Metallfunde; Walter Wächter photographierte. In der kurzen Notgrabung konnte folgender Befund erarbeitet wer- den: In der Ostecke der Baugrube legten wir ein 4.00 m langes (Aussen- masse) Mauerstück frei. Das ca. 50/55 cm starke Fundament war ent- lang des Randes der neuen Baugrube gegen die Erde hin vermauert, weshalb die Aussenkante des Fundamentes unklar war, während die Reste der Innenseite des Fundamentes einen 3.20 m Seitenlänge messen- den Raum anzuzeigen vermochte. Es konnte deutlich ein östliches Mauereck erkannt werden werden (488.44/487.32 UK), das immerhin in einer maximalen Höhe von 1.12 m erhalten geblieben war. Eine Steinstellung am Südende des Fundamentrestes (487.82/487.31 UK) deutete die südliche Begrenzung der ehemaligen Ostmauer eines ver- mutlichen Kellers an. Das Steinmaterial bestand ausschliesslich aus Lese-Steinen (also nicht aus gesprengtem Material), die in ockerigen Mörtel aus Grubensand verlegt waren. Die Steine waren nicht in klaren Schichten geordnet. In der Baugrube selbst lagen Mauerreste in grösserer Zahl, ebenso im Aushub. Die Zerstörung des archäologischen Befundes war im übrigen beinahe total (vgl. Planbeilage 1, 2, 3). 287
        

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