Der bischöfliche Hof in Chur heute. Das Mass schien wieder einmal voll, als 1753 einem flüchtigen Dieb das kirchliche Asylrecht gewährt wurde. Der Stadtrat liess danach kurzer- hand eine Toranlage dicht vor dem Haupteingang zum bischöflichen Bezirk bauen: Die Höfler sollten bleiben, wo sie waren! Der Fürst- bischof Josef Benedikt Graf von Rost erhob Einspruch, appellierte sogar an den Kaiser, der ein Mahnschreiben an die Drei Bünde erliess. Auf deren Bundestag wurde verfügt, dass das seltsame Gebäude zwar stehen- bleiben dürfe, die Türflügel jedoch zu entfernen seien. Das Volk hatte wie gewohnt eine spöttische Bezeichnung parat: «Das Brillentor!» Es blieb erhalten bis zur Eingemeindung des Hofbezirks in die Stadt 1854. Rechts daneben steht der «Obere Spaniöl», nach 1640 als Haus der Familie von Salis errichtet. Der herrschaftliche Bau gewährt vom Chor der Martinskirche aus zusammen mit dem Torturm über der Treppe und der Nordfront des Hofes einen prachtvollen Anblick. Unter dem bischöflichen Schloss breitete sich ein Barockgarten, der 1859 durch die neue Hofstrasse reduziert wurde. Tiefer verläuft von dem auf unserem Bild nicht sichtbaren Rätischen Museum der ursprüng- liche «Lange Gang» an den einstigen «Pfaffenställen» vorbei zum Mala- 282
        

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