Frische Fruchtkörper gewisser Pilze an Holz verbreiten in ge- schlossenen Räumen einen angenehmen, anisartigen Duft. Dazu zählen der Sägeblättling Lentinus cochleatus sowie die Porlinge Trametes suaveolens und Osmoporus odoratus. Aus frischen Fruchtkörpern des Samtporlings (Inonotus hispidus) lässt sich ein Farbstoff extrahieren (HASZLINZSKY 1870). 6. Schlussbetrachtung Obwohl in der vorliegenden Arbeit rund 250 verschiedene Pilzarten an Holz für das Fürstentum Liechtenstein angegeben werden, kann dies nur als ein bescheidener Beitrag zur Pilzkunde des Landes gelten. Ihr gebühren weiterführende Untersuchungen, deren Ergebnisse aufgrund der besonderen naturräumlichen Verhältnisse und der biogeographi- schen Lage auch aus gesamteuropäischer Sicht von Interesse wären. Ausser acht gelassen wurde im Rahmen dieser Arbeit die spezifische Holzpilzflora innerhalb von Gebäuden (sog. «Hauspilze»), die, nicht zuletzt aus ökonomischen Gründen, gezielte Erhebungen rechtfertigten. Aus ökologischer Sicht wären noch Untersuchungen an der Waldgrenze sowie an transferiertem Holz in alpinen Lagen interessant. Wertvolle Ergebnisse, für die Forstwirtschaft wie für die ökologische Grundlagenforschung, könnten gezielte Kartierungen einzelner Arten liefern. Dafür eignen sich besonders weit verbreitete thermophile Arten wie etwa Inonotus hispidus, Coriolopsis gallica oder Polyporus mori sowie einzelne forstpathalogisch wichtige Vertreter wie Heterobasidion annosum, Phaeolus schweinitzii, Laetiporus sulphureus, Fomes fomen- tarius u. a. Nicht zuletzt darf bei der Beschäftigung mit holzabbauenden und holzzerstörenden Pilzen nicht übersehen werden, dass sie einen wichti- gen ökologischen Beitrag als Reduzenten von Totholz liefern und für einen geregelten Stoffkreislauf in der Natur sorgen. Sie schaffen durch ihre Abbautätigkeit aber auch einer Fülle von Organismen, Tieren wie Pflanzen, geeignete Lebens- und Habitatsbedingungen und tragen zur Artenvielfalt in unseren Wäldern bei. Darauf wäre gerade bei der Aus- weisung und Gestaltung von Naturschutzgebieten besonders zu achten. 250 
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