Merkmale der Pilzverbreitung, und ganz besonders von lignicolen Arten, gegenüber jenen der Samenpflanzen abzugrenzen: 1) Pilze werden in den meisten Fällen durch Sporen verbreitet, die auf Grund ihrer geringen Grösse und ihres geringen Gewichtes leicht und weit vertriftet werden. Da sie noch dazu in sehr grosser Anzahl produziert werden, kann man vielfach von einer «Allgegenwart» von Pilzsporen sprechen. Pilze haben daher im allgemeinen ein grösseres Verbreitungsgebiet als Samenpflanzen. 2) Pilzsporen benötigen zur Keimung ganz bestimmte Voraussetzun- gen. Bei holzabbauenden Pilzen müssen ein entsprechen- des Substrat und eine entsprechende Disposition beim Wirt vorhan- den sein (Wundstellen, physiologische Störungen etc.). Viele Holz- pilze sind an das Vorkommen ganz bestimmter Baumarten gebunden. Der Arealbegriff muss bei Pilzen aus diesen Gründen viel grosszügiger definiert werden als bei Samenpflanzen. Während sich viele parasitische Stammfäuleereeger unter den holzabbauenden Pilzen eng an das Verbreitungsgebiet bevorzugter Wirte («Hauptwirte») an- lehnen, zeigen Saprophyten häufig keine Tendenzen zu «monophager» Lebensweise. Dem Substrat als Habitat des Pilzes kommt zwar eine Bedeutung bei der Verbreitung von Holzpilzen zu, dennoch ist es nicht der ausschliessliche Faktor, der einer Art sein Areal zuweist. Eine ganze Reihe von Pilzarten erreicht mit der Arealgrenze ihres (Haupt-) Wirtes noch nicht die Grenze ihres potentiellen Verbreitungsgebietes, was sich durch künstliche Arealerweiterungen des Wirtsbaumes bzw. durch die Einbringung von Holz in von Natur aus waldfreie Gebiete (z. B. Holzkonstruktionen in alpinen Lagen etc.), wo dann der substrat- spezifische Pilz ebenfalls auftritt, nachweisen lässt (vgl. WÄLCHI 1970; PLANK et al. 1980). Dies gilt ganz besonders für Arten der boreal- montanen bzw. subarktisch-subalpinen Wälder in Europa. Bei anderen, vorwiegend thermophilen Pilzarten, liegt das Areal des Pilzes innerhalb des Verbreitungsgebietes des Wirtes, das Pilzareal ist daher kleiner als das Wirtsareal. Solche Verhältnisse sind vor allem unter mediterranen und submediterranen Bedingungen zu finden (vgl. PLANK 1980a). Den klimatischen Faktoren kommt bei der Verbreitung von Pilzen eine besondere Bedeutung zu. Dies gilt vor allem für Arten, (107) 
241
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.