grossem Aufwand und verschiedensten Methoden «Holzschutz» be- treibt (vgl. z. B. CARTWRIGHT & FINDLAY 1958; BAVENDAMM 1974), wird dem Schutz des stehenden Baumes ein geringeres Augen- merk zugewandt. Eine Anzahl von Stammfäuleerregern, von denen für Liechtenstein von besonderer Bedeutung Fomes fomentarius, Fomitop- sis pinicola, Laetiporus sulphureus, Ganoderma applanatum, Phellinus spp. neben anderen sind, sind typische Wundfäulen. Ihre Verbreitung wird weitgehend durch Sporen gewährleistet, die an geeigneten, von Mikroorganismen aufbereiteten Wundstellen an Stämmen oder Ästen keimen. Die Pilzhyphen dringen von den Wundstellen aus zum Stamm- zentrum vor und entfalten von dort aus ihre zerstörerische Aktivität. Die Versorgung der Wundstellen, seien sie künstlicher oder natür- lichen Ursprungs, das Ausschneiden der Faulstellen und ihre Desinfek- tion bzw. ihr Verschluss sind erste wichtige Massnahmen. Als Wund- anstrich bzw. Verschlussmittel werden eine Reihe von Pasten angebo- ten, von denen der Lac-Balsam sich etwa im Stadtgebiet von Graz (Österreich) bewährt hat. Gegen die alte Unsitte, Wunden oder Baum- höhlen zuzubetonieren oder zuzumauern sollte entschieden aufgetreten werden, weil durch diese starren Füllungen der Baum in seiner Physio- logie und seinem Wachstum beeinträchtigt wird. Wundbehandlungen kommen wegen des oft grösseren finanziellen Aufwandes fast aus- schliesslich in Parkanlagen und an älteren Einzelbäumen (Naturdenk- mälern) zur Anwendung. In Wäldern wird man beim epidemischen Auftreten von Wundfäule- pilzen eine Entfernung der befallenen Bäume ins Auge fassen. Das Entfernen der infektiösen Fruchtkörper allein ist nicht zielführend. Viel schwieriger ist die Bekämpfung von Wurzelfäulepilzen, von denen in Liechtenstein Armillariella mellea (Hallimasch), Heterobasi- dion annosum (Fichten-Rotfäule), Phaeolus schweinitzii, u. U. auch Sparassis crispa hervorzuheben sind. In vielen Fällen dringen bei diesen Arten Pilzhyphen über den Boden in die Wurzeln entsprechend dispo- nierter Bäume ein und breiten sich dann stammwärts aus. Der Halli- masch tötet dabei das Kambium ab, so dass der infizierte Baum bald abstirbt. Lackartige Mycelstränge unterhalb der abblätternden Borke, sogenannte Rhizomorphen, sind ein gutes Erkennungsmerkmal des Hallimasch. Die meisten Wurzelfäulen breiten sich jedoch im Kernholz aus, und der lebende Splint bleibt intakt. So können Infektionen jähre- (105) 239
        

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