Besonders reich an holzbewohnenden Pilzarten sind feucht-kühle Laubwälder, unter denen die Auenwälder an erster Stelle zu nennen sind. In den Auenwaldresten der Rheintalebene aber auch an anderen Nassstellen treten hauptsächlich Weichhölzer wie Weiden und Erlen neben Eschen, Pappeln und zahlreichen Straucharten auf, die sich wenig resistent gegenüber Pilzbefall erweisen. Für den Zusammenbruch von Weidenbeständen sind meist Phellinus igniarius, Phellinus puncta- tus, lokal auch Laetiporus sulphureus verantwortlich. Die Ausbreitung dieser Stammfäuleerreger wird hauptsächlich durch Stamm- und Ast- wunden, die künstlich (mechanische Verletzungen, Kronenschnitt) oder natürlich entstehen können (Blitzschlag, Frostrisse, Schneebruch u. a.), gefördert. Auch der Hallimasch (Armillariella mellea) tritt in Auen- wäldern häufig auf. Er dringt über den Boden in die Wurzeln der Bäume ein. Da der Hallimasch im Gegensatz zu den Stammfäuleerregern nur die peripheren Partien des Baumes zerstört, ist das Holz bei rechtzeiti- ger Entfernung noch nutzbar. Weiden und Grauerlen fallen nicht selten, besonders an staunassen Standorten, Daedaleopsis confragosa zum Opfer, wobei besonders jüngere Stämme betroffen sind. Zunderschwamm (Fomes fomentarius) und Fomitopsis pinicola sind ebenfalls häufig in Auenwäldern anzutreffen, ersterer an Erlen, Pappeln und Eschen, letz- terer gerne an Grauerlen. Birkenbestände, soferne sie in den Auenwald- resten auftreten, leiden lokal stark unter der Einwirkung von Piptoporus betulinus. In den montanen Wäldern des Schellenbergs sowie der rheintalseitigen Hänge spielen vor allem Buche, Tanne und die forst- lich eingebrachte Fichte neben Föhren eine grössere forstwirtschaft- liche Rolle. An Buchen tritt vor allem der Zunderschwamm (Fomes fomentarius) auf, ein sehr aktiver Stammfäuleerreger und meist die Ursache für Windbruch. Auch Ganoderma applanatum muss zu den gefährlichsten Parasiten der Buche gezählt werden, ferner Polyporus squamosus und u. U. auch Fomitopsis pinicola. Weit verbreitet ist auch der Hallimasch in den montanen Wäldern. An der Zerstörung älterer Tannen sind vor allem Phellinus hartigii und Fomitopsis pinicola be- teiligt. Fichtenbestände, besonders wenn sie sehr eng und in Rein- kultur stehen, sind schliesslich durch das oft epidemische Auftreten von Hallimasch und Rotfäule (Heterobasidion annosum) bedroht, Pilzarten, die über den Boden und die Wurzel in den Baum eindringen, und die (103) 
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