2. 2. Geologie und Oberflächenformen Die Grenze zwischen den Ost- und Westalpen durchquert am Rande der Rheintalebene liechtensteinisches Gebiet. Reste der Helvetischen Decke ragen im südlichen Landesteil in Form des aus jurassischen Kal- ken aufgebauten Ellhorns sowie des benachbarten Tschingelkopfs und des markanten Schlosshügels Gutenberg aus den rezenten Rheinalluvio- nen, ferner im nördlichen Landesteil in Form des Eschner- oder Schel- lenbergs. Dieser isolierte, mittelgebirgsartige Rücken, der sich bis in etwa 700 m Seehöhe aus der Rheintalebene hebt, ist hauptsächlich aus verschiedenen Kalken der Kreidezeit aufgebaut, die fossilreich sind. Die Flanken des Berges sind von Moränen des Rheingletschers eingehüllt, die sich am Südhang in charakteristische Drumlins auflösen. Zur Dominanz gelangen dagegen die Elemente der ostalpinen Fazies, die östlich der Rheintalebene unmittelbar bis über 2000 m ansteigen und die alpine Landschaft Liechtensteins prägen. Sie können dem nordwest- lichen Rhätikon zugerechnet werden und sind im wesentlichen aus trias- sischen Kalken und Dolomiten aufgebaut. Zwischen den beiden Decken- systemen vermittelt dieHochhelvetisch-PenninischeFlyschzone, die weit- gehend dem rheintalseitigen Hangfuss des Gebirges folgt (AMPFERER 1937; ALLEMANN, BLASER & SCHAETTI 1953; FEGER 1978). Kalke und Dolomite überwiegen als Untergrund in den Gebirgen neben karbonatischen Bündnerschiefern. Silikatische Gesteine treten nur vereinzelt und lokal begrenzt auf. In Liechtenstein werden drei Landschaftstypen unterschieden: 1. Das R h e i n t a 1, mit mehr oder weniger tiefgründigen Alluvial- böden über sandigen Lehmen oder lehmigen Sanden (LINGG 1978) oder reinen Moorböden (nördlicher Landesteil), das hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt wird. Noch bis in die Zwanziger jähre dieses Jahrhunderts (letztes Katastrophenhochwasser: 1927) suchten die Überschwemmungen des Rheins die Bevölkerung heim, die den Rhein gemeinsam mit dem Föhn und den Rüfen (Wildbächen) zu den drei historischen «Landesnöten» zählte. Heute ist der Rhein reguliert, Rückhaltebecken und Wildbachverbauung im Einzugsge- biet verhindern zusätzlich eine Überschwemmung des Talraumes. Die einstmals ausgedehnten Auenwälder wurden weitgehend gerodet (vgl. BROGGI 1979) und nehmen nur noch 2»/0 der Talfläche ein. 144 (10)
        

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