1. Einleitung Die mykologische Erforschung Liechtensteins wurde durch den Dornbirner Jesuitenpater Johann RICK eingeleitet, der zu Ende des vergangenen Jahrhunderts die Pilzwelt Vorarlbergs erforschte und dabei das liechtensteinische Grenzgebiet (Saminatal, Malbun, Schellenberg) in seine Untersuchungen einbezog (RICK 1898 a, b, c, 1903; RICK & ZURHAUSEN 1899). RICK sollte später, nach seiner Auswanderung im Jahre 1902 nach Säo Paulo, zu einem der bedeutendsten Mykologen Brasiliens werden. Nach ihm sind mehrere Pilzgattungen {Rickella LOCQUIN, Rickia CAV., Rickiella SYD.) und die Zeitschrift der Ab- teilung für Kryptogamenkunde an der Universität Säo Paulo («Rickia») benannt (vgl. FIDALGO 1962). Die Angaben RICKs aus Vorarlberg und Liechtenstein sind bei MAGNUS (1905) zusammengefasst. Während sich RICK hauptsächlich mit Ascomyceten und Aphyllo- phorales befasst hatte, legte der Feldkircher Professor Dr. Josef MURR (1916, 1918, 1920, 1922) einen grösseren Wert auf die Kenntnis der Agaricales. Seine umfassenden botanischen Studien, die er auf Gefäss- pflanzen ebenso bezog wie auf Kryptogamen, führten ihn auch häufiger auf liechtensteinisches Gebiet. Zusätzlich wurde er von einer Anzahl freiwilliger Mitarbeiter unterstützt, wie etwa dem Alfons KRANZ aus Ruggell (MURR 1918: 346), der ihm wie andere «gar manches Neue und Bermerkenswerte unterbreitete». An die Arbeiten MURRs schliesst erst wieder HORAK (1961) an, der ebenfalls von Vorarlberg aus einzelne Gebiete in Liechtenstein mykologisch untersuchte, dabei aber «alle von Murr aufgezeichneten Pilzarten ihrer zweifelhaften Bestimmung wegen für eine Pilzflora von Vorarlberg nicht berücksichtigt.» Hervorzuheben sind weiters eine Angabe über das Vorkommen des Tintenfisch-Pilzes (Anthurus archieri) in Liechtenstein von GANSS (1974) sowie ein kritischer Beitrag über Sinn und Unsinn des Artenschutzes bei Pilzen von BROGGI (1977). Die vorliegende Arbeit stellt den ersten umfassenden Beitrag zu einer ökologisch einheitlichen Gruppe von Pilzen in Liechtenstein dar. Es handelt sich dabei um Arten, die sich durch das Vorkommen an Holz auszeichnen. Diese Pilze, die lebendes oder totes, verbautes oder verarbeitetes Holz besiedeln und zerstören können, entstammen syste- matisch unterschiedlichen Klassen, Ordnungen und Familien. Rund 250 (7) 
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