Bad Vogelsang in Triesen Die Geschichte eines herrschaftlichen Lehens von Josef Büchel Vom Dorfe Triesen aus erreichen wir in einer halben Stunde ein Stück Allmeind, vom Volke «Beim Bad» genannt. Diese Wiesenflur ist ein mehr oder weniger ebener Platz inmitten von Wald gelegen. Heute führt eine Abzweigung der Lawenastrasse vom «weissen Schild» an die Stelle, an der einst ein Badhaus gestanden hat. Dieser Platz, auch «Bad- boden» genannt, hat eine denkbar geschützte Lage in einer nach Süd- westen offenen und gegen Norden und Osten durch Gebirge und dichten Wald geschützten Mulde. Nichts zeugt heute mehr vom einstigen Vorhandensein eines Bad- hauses hier oben als eingefallene Grundmauern, ein Steinhaufen, von einigen Tannen bestanden. Etwas weiter hinten gegen das sogenannte Mascheratobel in östlicher Richtung wird eine Quelle gezeigt. Die Schwefelquelle, wie sie die Geschichte nennt, ist versiegt. Triesen ist früher wohl die bedeutendste Gemeinde des heutigen Gebietes Liechtenstein gewesen. Anlässlich der Huldigung im Jahre 1718 wies sie die meisten Eintragungen in den Bürgerstammrollen auf. In ihren Gemarkungen wohnten namhafte Personen. Ich erinnere nur an die verhältnismässig hohe Zahl der hier ansässigen adeligen Ge- schlechter wie derer von Trisuna, Riechtenstein, Schiel, Vaistli, Rohrer, Quaderer, Gutenberg etc., die in der Gemeinde ihre Höfe besassen. Ferner besass das Kloster St. Luzi ansehnliche Güter und eine eigene Kapelle hier. Der Meierhof und ein grosser Weinberg im Dorfe an der Halde waren herrschaftliches Gut, ebenso befand sich hier eine herr- schaftliche grössere Mühle, seit alters bestand in Verbindung mit der Cooperatur eine Schule etc. Die Bevölkerung selbst zeigte Unterneh- mungsgeist.1 Einer dieser unternehmungsfreudigen Bürger der Gemeinde Triesen war Franz Lampert. Im Jahre 1617 fasste er den Plan, in Triesen eine Badeanstalt, ein Badhaus zu betreiben. Solche Badeanstalten befanden sich in unserer Gegend in den meisten grösseren Orten. Damals wurden 1 Geschichte der Pfarrei Triesen, J. B. Büchel in: JBL 1902, S. 129. 115
        

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