scheinlich sei, dass St. Georg je zur Burg in näherer Beziehung gestanden hätte.7 Iso Müller bezeichnete die Erforschung der St. Georgs-Kapelle als eine «Crux». Die Patroziniumsforschung müsse hier die Karten hin- legen, nachdem im rätischen Raum die Georgskirchen seit dem Früh- mittelalter bis in die spätfeudale Zeit beliebt gewesen seien. Am besten ziehe man sich auf die «docta ignorantia» zurück, weil ein Fund oder eine Mauer jedes frivole Rätselraten entlarven könnte. Und David Beck liess 1962 die Frage nach der Burgkapelle offen, nachdem die Grabun- gen in der oberen Burg Schellenberg 1960, was die Schlosskapelle be- trifft, keine Klärung gebracht hat.8 Auch die Archivbestände in der alten Mutterpfarrei Bendern brachten keine Hinweise auf die geschichtliche Vergangenheit von St. Georg.9 Grabungen in der Grundrissfläche Nach der Räumung der Kapelle in den Tagen vom 2. bis 4. Juni 1980, begannen wir am 6. Juni mit der Freilegung einer Fläche entlang der Innenkante der Nordostmauer des Schiffes; dann folgte ein Schnitt entlang des Chorbogens auf der Schiffseite. Schliesslich entfernte die Equipe den Wandputz bis auf ca. zwei Drittel der inneren Raumhöhe. Mit der Abdeckung der noch verbliebenen Grundrissfläche im Inneren war die Grabung nach einigen anschliessenden Erhebungen an der Aussenfassade am 20. Juni 1980 abgeschlossen. Die Grundrissfläche des Schiffes war zu einem grossen Teil bis zu 50 cm hoch mit grösseren, teilweise gebrochenen, teils zusammengele- senen Steinen ausgefüllt. Über diese Steinpackung goss man reichlich mageren Mörtel aus Grubensand, den ein feiner Überzug abschloss. Unter der geschilderten groben Steinschotterung lag gelber Lehm, offen- 7 Erwin Poeschel, a. a. O., 277. 8 Iso Müller, Die Patrozinien des Fürstentums Liechtenstein, JBL 1959, 321; David Beck, Neuschellenberg, Grabungsbericht, JBL 1962, 44. 9 Johann Baptist Büchel, welcher das Pfarreiarchiv Bendern anlässlich der Niederschrift der Geschichte dieser Pfarrei eingehend bearbeitete (1923), ver- mittelt keine urkundlichen Nachrichten zur Kapelle St. Georg. Landesarchivar Alois Ospelt, der das Pfarreiarchiv ebenfalls bearbeitet hat, konnte gemäss seiner mündlichen Mitteilung an mich keine schriftlichen Nachrichten zur Kapelle finden. 17
        

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