— 46 — 408). Somit war er auch mit seiuer Forderung einer Entschä- digung abgewiesen. Am 28. September 1437 bestätigte und besiegelte Mar- quard IV. noch die durch seiue Söhne erfolgte Teilung ihres halben Teiles von Kißlegg. Am 2. April 1438 schied er aus dem Lebeu. Ihn beweinten süns Kinder: Ursula, Adelheid, Marquard V., Ulrich und Anna. Ursula trat in das Kloster zn Lindau eiu und wurde Fürst-Aebtissiu. Als solche wurde sie am 18. Mai 1410 erwählt, am 21. Mai proklamiert. Unter ihr ereignete sich ein interessanter Rechtsfall, der in die sozialen Verhältnisse jener Zeit einen Ein- blick gestattet. Die Aebtissin brachte nämlich dnrch ihren Ammann vor dem Stadtammann von Lindau folgende Klage vor: Hans, Klaus und Kunz Motz, Gebrüder, werden teils ganz, teils halb vom Kloster als Leibeigeue nugesprocheu, weil ihre Mutter eiue solche gewesen fei. Die Motzen aber stellten in Abrede, daß der Hans znr Hälfte dem Kloster eigen sei, wie er zur Hälfte dem Hans v. Wolfurt eigen gewesen sei, ehe sie sich von diesem los- gekauft hatten. Klaus allerdings sei ganz dem Kloster eigen; aber Kunz sei ganz frei und uiemaud eigen; das Kloster habe weder ans seinen Leib noch auf seine Güter ein Recht. Sie seien früher dem Kloster und dem H. v. Wolfurt gemeinsam eigen ge- wesen; dann haben ihre Besitzer eine Teilung vorgenommen. Klans sei dem Kloster, Kunz aber dem v. Wolfurt zugesallen. Hans sei damals noch gemeinsames Gnt geblieben uud habe halb dem Kloster, halb dem v. Wolsurt gehört. Später habe Hans v. Wolfurt durch Kauf auch den Klaus und den Hans erworben. Die vorgelegteu Kaufbriefe bewiesen die Richtigkeit dieser Angaben (Reg. 293).' Ursula starb am 9. Mai 1432.' Anna wurde die Gemahlin des Ritters Konrad v. Stain zn Uttenweiler. Mit ihrem Bruder Marquard geriet sie wegen Vermögensangelegenheiten in einen Zwist, der am 19. Mürz 1420 zu Konstanz schiedsrichterlich geschlichtet, wurde. Im Jahre 1425 verzichtete sie gegen Empfang ihres Heiratsgutes auf ihr väter- liches und mütterliches Vermögen. Das geschah zu Marstetteu unter Psalzgraf Lndwig v. Baicrn. Später vermachte derselbe Brnder Marquard vor seinem kinderlosen Ableben ihr und ihren
        

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