— 45 — für einen seiner Diener, dessen Vater und Geschwisterte mit einem Jahreszins vvn 3 Sch. Psg. aus seinem Gute zu Reichertshofen (Reg. 410). Wie schou oben bemerkt wurde, hatte Marquard den Schmerz, die sog. Kellhöfe bei Lindau abtreten zn müssen, die er von 1394 an besessen hatte uud die sehr einträglich waren. Schon unter dem 8. Dezember 1430 besahl ihm von Ueberlingen aus der König Sigismuud ernstlich und sestiglich, die von ihm und seinen Vorsahren pfandweise überlassenen Kellhöse der Stadt Lindau gegen Empfang der Pfandsumme abzutreten (Reg. 316). Marquard war aber nicht gesonnen, diesem Befehle ohne weiteres nachzu- kommen, dies um so weniger, da er ohnehin schou seit Jahren einen Span mit der Stadt Lindau hatte, der noch nicht ausge- tragen war. Bei dieser Gelegenheit sollte er ausgetragen werden. Schon vor 10 Jahren nämlich hatten 18 Lindauer Bürger an den Kellhösen freventlichen Schaden zugefügt. Als er danu die Be- tresfeudeu strafen wollte, nahm die Stadt ihre Bürger in Schutz und bestritt dem v. Schellenberg das Recht, ihre Bürger zu be- strafen. So zog sich dieser Streit durch 10 Jahre hin, bis der Ritter die Sache vor den König Sigismuud brachte, der eiu Schiedsgericht anordnete unter der Obmannschaft des kgl. Land- vogts in Oberschwaben, Jakob Truchseß v. Waldburg. Das Schieds- gericht tagte am 23. November 1432 zu Ravensburg. Marquard sorderte von der Stadt Schadenersatz. Das Gericht beschloß in- dessen aber nur dem Autrage der Stadt gemäß, über das Recht der Bestrafung der schädigenden Personen Kundschaft einzuziehen und auf 14 Tage eiue neue Sitzuug für ein Zeugeuverhör an- zuberaumen. Diese Sitzung wurde aber erst am 6. Juli des fol- genden Jahres abgehalten und zwar abermals in Ravensburg. Obmann war diesmal Truchseß Eberhart v. Waldburg, Jakobs Bruder, ebenfalls Landvogt in Schwaben; Marquards Schieds- leute waren Haus v. Ebersberg und Heinrich v. Rischach von Richen- stein. Jede Partei brachte 9 Zeugen mit, die beeidigt wnrden. Nach deren Verhör sprachen die von Marqnard gewählten Richter zu seinen Gunsten, die andern zn Gunsten der Stadt Lindau; der Obmann trat aber den letzteren bei. Es wurde entschieden, daß Lindau die b̂essere Kundschaft habe nnd daß darum Mar- quard v. Schelleuberg die Stadt unangefochten lassen solle (Reg.
        

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